AMD entfernt TSME-Unterstützung für Ryzen-Prozessoren

Sabroe SMC

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Ist das hier schon bekannt?

Aus hardwareluxx:
Vor rund zehn Jahren führte AMD bei seinen High-End-Prozessoren eine zusätzliche Sicherheitsfunktion ein, die Systeme vor sogenannten Cold-Boot-Angriffen und weiteren physischen Angriffsszenarien schützen sollte. Ziel dieser Maßnahmen ist es, das Auslesen sensibler Daten aus angeschlossenen Speicherbausteinen zu verhindern. Die Technik trägt die Bezeichnung Transparent Secure Memory Encryption (TSME) und verschlüsselt den gesamten Inhalt des Arbeitsspeichers. Dadurch werden die dort abgelegten Daten für Angreifer, die physischen Zugriff auf das System besitzen, unbrauchbar.

Im Laufe der Zeit hielt TSME auch Einzug in günstigere Prozessorserien von AMD. Dazu zählten unter anderem die regulären Consumer-Varianten der Ryzen-Prozessoren, die preislich unterhalb der jeweiligen Pro-Modelle angesiedelt sind.

Wie inzwischen bekannt wurde (via Ars Technica), hat AMD die Unterstützung für TSME bei den nicht Pro-Modellen offenbar ohne Ankündigung eingestellt. Hinweise auf diese Änderung gab es weder in der öffentlichen Kommunikation noch in den technischen Unterlagen der Prozessoren. Unter Windows lässt sich das Fehlen der Funktion nach aktuellem Kenntnisstand nicht ohne Weiteres erkennen. Unter Linux ist der Nachweis zwar möglich, setzt jedoch einen vergleichsweise hohen technischen Aufwand und entsprechende Fachkenntnisse voraus.

Die Feststellung des fehlenden TSME begann bereits im April. Laut Ars Technica arbeitet Ben Kilpatrick mit einem System mit Ryzen 7 9700X auf einem Mainboard von MSI und aktivierter Host Security ID (HSI), welche die Überprüfung der Sicherheitskonfigurationen der Firm- und Hardware ermöglicht. Im System war TSME im BIOS aktiviert und wurde vom HSI auch als "encrypted" erkannt. Dennoch wird TSME als "encrypted RAM: not supported" angezeigt.

Daraufhin ist Kilpatrick mit MSI in Kontakt getreten. Sowohl MSI als auch Gigabyte haben ihm gegenüber bestätigt, dass Systeme mit einem BIOS auf Basis der AGESA (AMD Generic Encapsulated Software Architecture) 1.2.7.0 und älter im Zusammenspiel mit einem Ryzen-Prozessor TSME weiterhin unterstützen. AGESA-Versionen neuer als 1.2.7.0 unterstützen TSME hingegen dann nicht mehr. Wer eine Ryzen-Pro-CPU einsetzt, kann TSME, egal mit welcher AGESA-Version, weiterhin nutzen.

Die Frage war nun, ob es sich um ein Versehen oder einen Bug handelt. Also ist Kilpatrick mit AMD in Kontakt getreten. Zunächst wurde hier vermutet, dass es sich um einen Fehler im BIOS handelt. Nach sechs Wochen hat Kilpatrick wieder mit MSI Kontakt aufgenommen und hier wurde ihm bestätigt, dass bei den Ryzen-Prozessoren "tsme_status = 0" und bei den Ryzen-Pro-Proessoren "tsme_status = 1" gesetzt wird.

Demnach handelt es sich um eine bewusste Entscheidung seitens AMD, TSME bei den Ryzen-Prozessoren zu deaktivieren und bei den Ryzen-Pro-Modellen aktiviert zu lassen.

Es gibt unserer Kenntnis nach keine Hinweise darauf, dass AMD die Verfügbarkeit von Transparent Secure Memory Encryption (TSME) in Consumer-Prozessoren jemals aktiv beworben oder als offizielles Ausstattungsmerkmal hervorgehoben hat. Seit Jahren kennen wir im Rahmen der Produktpräsentationen nur die Aussagen zur verwandten Speicher-Sicherheitsfunktion Secure Memory Encryption (SME) und dass diese ausschließlich den Pro- und Epyc-Prozessoren vorbehalten ist. SME wird durch das Betriebssystem verwaltet, nutzt einen einzelnen Verschlüsselungsschlüssel und ermöglicht es dem Betriebssystem, ausgewählte Speicherseiten gezielt zu verschlüsseln.

TSME verfolgt hingegen einen anderen Ansatz. Die Funktion wird durch die Firmware gesteuert und verschlüsselt den gesamten Arbeitsspeicher, ohne dass eine Beteiligung des Betriebssystems erforderlich ist. Ist die Option im BIOS aktiviert, arbeitet sie im Hintergrund und schützt den Speicherinhalt unter anderem vor physischen Angriffen wie Cold-Boot-Exploits, dem Ausspähen der DRAM-Schnittstelle oder dem unbefugten Entfernen von Speichermodulen.

Die Tatsache, dass TSME über mehrere Jahre hinweg auch auf den Ryzen-Prozessoren funktionierte, hat bei zahlreichen Nutzern die Erwartung entstehen lassen, dass die Funktion zum üblichen Leistungsumfang gehört. Entsprechend kritisch wird die offenbar stillschweigend erfolgte Entfernung der Unterstützung aufgenommen. Dass AMD die Änderung weder offiziell kommuniziert noch näher erläutert hat, sorgt bei einigen Anwendern für Unverständnis.
 
Wenn AMD über AGESA einzelne CPU-Features deaktiviert/aktiviert fragt man sich doch wie das in Zukunft mit der openSIL Strategie werden soll.
Ich war davon ausgegangen, dass wir ab Zen6 nur noch openSIL sehen werden.
Grundsätzlich halte ich den Wechsel zum offenen BIOS für CPUs für den richtigen Schritt. Aber damit geht auch einher, dass man hier nicht mehr per Software die Hardware beschneidet. Der Quirk mit TSME ist daher mit Blick auf die nahe Zukunft etwas seltsam.
 
Schade das es nur für die Rysen 9000 er Reihe ein neues BIOS mit TSME geben wird.
 
Zur 7000er Serie gibt es so weit ich weiß gar keine Aussage bisher.
 
Ich hab gerade mal mein BIOS durchgekämmt - nix von TSME. Aktuelles BIOS ist 3602 auf meinem Asus TUF GAMING X670E-PLUS. Also schon etwas älter.
 
BIOS bei mir hat schon AGESA 1.3.0.0a - das könnte da schon deaktiviert sein.

PS.: AGESA 1.2.7.0 ab da ist es deaktiviert.
 
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Gerade geschaut:



Es findet sich mit der Suche



Auto, enable oder disable dürfte aktuell keine Auswirkung haben da ja im AGESA deaktiviert. Wo es sich im UEFI findet sieht man ja unten in dem Screenshot.

PS. Bei einem Gigabyte X870M AORUS ELITE WIFI7 findet es sich auch unter DDR Security, CPU ist ein 7800X3D und AGESA 1.2.8.0 - also auch deaktiviert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im BIOS Handbuch von 2023 steht TMSE noch drin und unter der Suche (wie von Dir bewschrieben) ist es auch zu finden. Aber im Pfad, der unten bei Dir angegeben wird, dort steht bei mir nur n/a.
 
Ich kann die Option auch ganz ohne Suche ansteuern und die Optionen auswählen und abspeichern - halt ohne Auswirkungen aktuell
 
Abseits von Beta Versionen wäre bei meinem Mainboard (MPG X670E CARBON WIFI) das letzte BIOS welches eine entsprechend alte AGESA Version besitzt die 7D70v1Q und die ist vom 7.7.2025. Die letzte Beta wäre die 7D70v1R6(Beta version) und die ist vom 22.10.2025. Ab 7D70v1R8 (20.3.2026) ist bereits AGESA PI-1.3.0.0 dabei.
Damit wäre die Geschichte nun gute 3-8 Monate alt und jetzt fällt es auf...
 
In dem Link oben sind wie vermerkt alle BETA BIOS vorhanden auch für B650/850 und X670 - auch für das TUF GAMING X670E-PLUS
 
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