Cooler Master Silent Pro M1000 1000W

soulpain

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Die Silent Pro Serie ist eine der bekanntesten Baureihen von Cooler Master und deckte vor kurzem noch den Leistungsbereich von 500 bis 700 Watt ab. Das größte Gerät konnte sich bereits in unserem 700-750 W Roundup mit einer sehr guten Regulation beweisen. Um die flachen Anschlussleitungen auch in eine höhere Leistungsklasse zu tragen, hat der Anbieter die Baureihe um zwei Modelle mit 850 bzw. 1000 W erweitert.

Heute möchten wir das zuletzt genannte Fabrikat vorstellen. Dieses Modell offeriert dem Kunden 5 Jahre Garantie, verspricht einen Wirkungsgrad von 86 % in der Spitze und setzt auf eine einzige +12 V-Schiene. Das Steckersystem ist bis auf die Mainboardanschlüsse modular. Nicht zuletzt soll die Bauteilwahl eine sehr hochwertige sein. Diesmal wurde jedoch trotz ähnlichem Netzteilgehäuse ein anderer Hersteller gewählt. Welcher das ist und ob sich die Versprechungen bewahrheiten, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

Preisvergleich

[break=Produkteigenschaften]
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Der Lieferumfang gestaltet sich recht großzügig und beinhaltet die modularen Anschlüsse in einer separaten Tragetasche. Außerdem werden neben dem Kaltgerätekabel und den Befestigungsschrauben zwei Antivibrationsrahmen beigelegt. Hinzu kommt eine Installationsanleitung. Auf einer kleinen Karte wird darauf hingewiesen, dass das Produkt online registriert werden muss, um den vollen Garantieumfang von 5 Jahren zu erhalten.

Das ATX 2.3 Netzteil wurde wie für diese Leistungsklasse üblich als "SLI Ready" angegeben. Als besondere Eigenschaft möchte Cooler Master die Kühlkörper in den Mittelpunkt stellen. Diese bestehen nicht nur aus Aluminiumblech, sondern wurden an den Halbleitern um Kupferplatten erweitert, was das Gesamtvolumen des Kühlkörpers erhöht. Außerdem soll das Material die Wärme schneller aufnehmen können. Die Abmessungen betragen 150 (B) x 86 (H) x 165 (L) mm und Cooler Master wirbt mit einer einzelnen +12 V-Schiene wie auch einem japanischen Siebelko. Insbesondere werden auf der Homepage auch die Sicherungsmechanismen betont und die flachen Anschlussleitungen als interessantes Merkmal kommuniziert. Letztere sind bereits von den Vorgängermodellen bekannt und wurden in derselben Form beibehalten.

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Cooler Master steckt viele seiner Bemühungen in das Netzteilgehäuse. Auch wenn die graue Oberfläche und stilsichere Ästhetik nicht unmittelbar in die Wertung einfließen, ist vor allem die robuste Verpulverung und die Dicke des Materials ein Pluspunkt. Die hintere Seite mit kleinen, wabenförmigen Entlüftungslöchern lässt sich kaum eindrücken. Das Gehäuse ist aufgrund seiner recht massiven Wände zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlung geeignet, die andere Geräte beeinträchtigen könnte. Ein schmaler Netzschalter ist rechts neben dem AC-Inlet zu finden. Seitlich wie auch auf dem etwas helleren Lüftergitter ist das Logo von Cooler Master zu erkennen.

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Wie bereits erwähnt setzt das Silent Pro auf eine Single-Rail bei +12 V, die mit einer maximalen Belastbarkeit von 80 A angegeben wird, was sicherlich großzügig bemessen ist. Doch auch die kleineren Schienen +3,3 V und +5 V wurden mit je 30 A spezifiziert und sollen 183 Watt bewerkstelligen können. In unserem Belastungstest wird diese Verteilung natürlich berücksichtigt.

[break=Anschlüsse und Leitungslängen]
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Wie schon bei den kleinen Modellen sind die Festanschlüsse mit einem eher günstigen Sleeve versehen worden, der nicht blickdicht ist. Ansonsten gibt es wenig Anlass zur Kritik. Die Flachleitungen peppen das Netzteil ästhetisch auf, auch wenn das Argument mit dem besseren Luftstrom im Gehäuse in Wahrheit keine besonderen Auswirkungen zeigt. Cooler Master trennt die PCIe Steckerbuchsen (grau und breit) farblich sehr gut von denen für die Peripherie (schwarz und schmal), zumal sich diese Unterteilung schon vor dem Kauf auf der Homepage einsehen lässt. Auch Laien wird es daher leicht fallen, die Leitungsstränge korrekt zu befestigen.

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Sechs 6/8-pin PCIe Stecker liegen im Erwartungshorizont bei 1000 Watt Leistung. Interessant sind aber die beiden Y-Adapter, womit bis zu acht Anschlüsse genutzt werden können. Ob das nun ein Pluspunkt ist, muss je nach Konfiguration beurteilt werden. Jedenfalls sollte man bedenken, dass sich die Stecker beim Y-Adapter den Leitungsquerschnitt eines einzelnen Stranges teilen müssen. Ansonsten gestaltet sich die Ausstattung eher konventionell. Ein Floppystecker wurde als Adapter realisiert und neun SATA Anschlüsse sollten für die gängigsten Systeme ausreichen. Aber auch bei den PATA Steckern kann man von einer akzeptablen Anzahl sprechen.

[break=Elektronik]
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Die markante Schutzfolie am Eingang wird dem ein oder anderen bereits verraten, dass die Elektronik von FSP stammt. Unabhängig davon kommt es aber auf die Konfiguration an, welche hier durchaus von hohem Kostenaufwand zeugt. Die EMI-Filterung setzt sich aus vier Y- und gleichermaßen vielen X-Kondensatoren zusammen. Hinzu kommen zwei Gleichtaktdrosseln wie auch ein Ferritkern, der um den Phase- und Neutralleiter gewickelt wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Netzteilen kommen aber noch zwei Längsdrosseln zur Kompensation der Gegentaktstörungen zum Einsatz. Nicht zuletzt finden wir einen MOV vor. Der 2-polige Schalter ist mit Schrumpfschläuchen isoliert, da die Abstände zur Hauptplatine relativ gering sind.

Das Highlight ist aber weder die eingangsseitige Filterstufe noch der mit 680 Mikrofarad gut bemessene Siebkondensator von Nippon-Chemicon (KMR; 105°C bei 2000h, bevor Kapazitätsverluste von 20% eintreten). Denn vor allem sekundärseitig, wo die Temperaturen steigen und der Raum begrenzt ist, wurden hochwertige Modelle eingesetzt. Wir haben bereits über japanische Kondensatoren debattiert. Wenn man sie wie hier sinnvoll bei einem High-End Gerät einsetzt, ist die Wahl sicherlich eine willkommene. Insbesondere, da Cooler Master hier neben Nippon-Chemicon Modellen eine gute Auswahl an Rubycon Kondensatoren präsentiert. Das zeigt durchaus, dass Cooler Master nicht nur den Primärkondensator als Blickfang verwenden möchte. Häufig wird dann nämlich sekundärseitig gespart. Das Niveau der Bauteile ist hier jedoch konstant hoch.

An +12 V wird die MBZ-Serie von Rubycon verbaut, welche eher auf Mainboards verwendet werden, aber offensichtlich auch in Netzteilen gut harmonieren. Diese zeichnen sich durch einen geringen ESR aus. Das ist der Widerstand, der die Verluste im Kondensator repräsentiert. Low-ESR Kondensatoren tragen daher in einem gewissen Rahmen zum Wirkungsgrad bei. An +3,3 V und +5 V kommt überwiegend das Modell YXG zum Einsatz. Diese vertragen auch hohe Rippleströme und sind auf 6000 h bei 105 °C spezifiziert. Das sind respektable Qualitäten, die sich aber keinesfalls nur auf diese Bauteile beziehen.

Wir haben nämlich bereits des Öfteren kommuniziert, dass bei PC-Netzteilen das schwächste Glied limitiert und es nicht nur auf die Kondensatoren ankommt. Die gut dimensionierten Gleichrichterbrücken passen zum gut dimensionierten Primärkondensator, die EMI-Filterung zur guten Aufstellung sekundär. Denn sowohl den in das Netz als auch in den PC eindringenden Störungen werden üppige Filterstufen entgegengesetzt. Nicht zuletzt wurde ein Sicherungschip von Silicon Touch verwendet, der neben den gängigen Funktionen auch OTP enthält, was keine übliche Schutzmaßnahme ist. Zwei Messdioden überprüfen die Temperatur am Sekundärkühlkörper und passen die Lüfterdrehzahl an bzw. sorgen dafür, dass sich das PC-Netzteil bei zu viel Hitze abschaltet.

Natürlich haben aber auch gute Kondensatoren ihre Daseinsberechtigung. Hier ist neben der Qualität vor allem auch die Anzahl und damit Kapazitätspräsenz entscheidend, um das Spannungsbild zu verbessern. Auf dem Kabelmanagement-PCB, bei dem die Leiterbahnen und Anschlüsse sauber verlötet wurden, glätten weitere Kondensatoren von Nippon-Chemicon die Ausgangsspannung. Wir werden sehen, wie sich das in unseren Messungen bemerkbar macht. Der einzige Kritikpunkt im Inneren ist die etwas wacklige PFC-Drossel, da ein Klebstoffklecks nicht präzise genug gesetzt wurde.

[break=Spannungsregulation]
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+12 V zeigt eine ausgezeichnete Regulation auf, während bei den anderen Spannungen ein stärkerer Abfall zu verzeichnen ist. Alle Messwerte bewegen sich jedoch noch innerhalb der Spezifikationen. +5 V fällt bei knapp 21 A auf - 4 % ab, was gerade noch im Rahmen ist. Dabei handelt es sich allerdings auch um die schwächste Regulation. +3,3 V landet mit gleicher Belastung bei guten 3,25 V, startet mit 2,72 % (knapp 2 A) aber auch relativ hoch. Wirklich ausgewogen ist das Bild wie erwähnt bei +12 V, welche trotz hoher Last (bis zu 76 A im Test) nie unterhalb von - 0,5 % liegt. Auch +5VSB bleibt nebenbei erwähnt auf einem hohen Niveau und erreicht minimal 4,85 V.

[break=Wirkungsgrad und PFC]
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Wir haben bei diesen Messungen sowohl die hiesige Netzspannung von 230 V mit 50 Hz gewählt, als auch unter amerikanischen Verhältnissen getestet, wo der Wirkungsgrad etwas niedriger, der Leistungsfaktor dafür umso höher ist. Mit 230 VAC werden schon bei 10 % Last fast 82 % erreicht. Wobei das zuvor getestete be quiet! Dark Power Pro 1000 W sogar noch etwas mehr bewerkstelligte. Dieses ist aber auch entsprechend zertifiziert, weshalb CoolerMaster im Prinzip das erfüllt, was sie versprechen. Bei 115 VAC werden bis zu 86,42 % erreicht, bei 230 VAC sind es etwa 87 %. Hier ist die Effizienz auch noch mit 10 % Überlast auf einem akzeptablen Niveau. Bei 115 VAC werden 85 % deutlich schneller unterschritten und das Silent Pro schließt mit 79,91 % ab.

Dafür glänzt es dort mit einem hohen Leistungsfaktor, welcher immer über 0,90 liegt und sich recht zügig auf 0,99 steigert. Bei 230 VAC ist der Anstieg etwas steiler, da das Netzteil erst bei höherer Belastung zügig aufholt. Im besten Fall werden dort 0,981 erreicht.

[break=Kühlung und Lautstärke]
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Leider ist die Geräuschentwicklung einer unserer stärksten Kritikpunkte. Der Lüfter dreht bis einschließlich 50 % Last relativ schnell. Unserer Meinung nach fehlt hier eine weitere Regelstufe, die 20 dBA bei 20 % unterschreitet. Dafür ist der Anstieg bis 80 % noch relativ moderat. Erst dann wir dem Kühlpotenzial des Lüfters mehr oder weniger freien Lauf gelassen. Das PC-Netzteil steigert sich nun ziemlich schnell auf 30 dBA und erreicht bei leichter Überlast sogar 35 dBA, was subjektiv wie objektiv sehr laut ist. Einerseits wird das Silent Pro seinem Namen so nicht gerecht, andererseits muss man bedenken, dass FSP schon immer relativ konservativ gekühlt hat, um hohen Temperaturen vorzubeugen. Wenn der Kunde gerade spielt oder Musik hört, wird das PC-Netzteil sowieso nicht heraus zu hören sein. Spätestens von luftgekühlten High-End Grafikkarten wird das Modell übertönt. Umso ärgerlicher, dass das Ergebnis im Idle nicht gerade besser ausfällt.

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Der Power Logic Lüfter mit der Modellnummer PLA14025S12H setzt auf ein Gleitlager. Die Größe beträgt 135 mm, wobei die Hälfte der Kühlfläche von einer Luftleitfolie blockiert wird. Cooler Master versucht hier, die herabströmende Luft über die Entlüftungslöcher nach außen zu führen, weshalb nahe der EMI-Filterung keine Verwirbellungen mit weiterer, von oben hinzukommender Luft entstehen sollen. Was sich in der Theorie plausibel anhört, ist in der Praxis vor allem ein Einschnitt in das Kühlpotenzial des Lüfters. Wenn eine derart große Fläche abgedeckt ist, muss man sich wirklich fragen, warum überhaupt ein derart großer Lüfter zum Einsatz kommt. Wenn überhaupt, sollte Cooler Master maximal das erste Drittel abdecken und ggf. auch mit einem etwas langlebigeren Lüfter arbeiten, welcher der Qualität der Elektronik gerecht wird. Dennoch möchten wir keine Schwarzmalerei betreiben, da wir in dem Leistungsbereich schon lautere ATX-Netzteile gesehen haben. Es ist klar, dass hier wesentlich mehr Kühlkraft erforderlich ist. Gerade deshalb sollte aber ein besserer Lüfter verbaut werden.

[break=Restwelligkeit +3,3 V]
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10 %</center>

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[break=Restwelligkeit +5 V]
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[break=Restwelligkeit +12 V]
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Größtenteils macht sich die Kapazitätspräsenz in der Restwelligkeit bemerkbar. +3,3 V startet bei 10 % Last mit einem verschwindend geringen Spitze-Spitze Wert von gerade mal 6 mV, wobei sich der Wert später auf 14 mV steigerte. +5 V beginnt mit einem höheren Ergebnis, schließt aber mit ebenfalls guten 23 mV ab, die weit unterhalb der Spezifikation liegen (50 mV). Auf +12 V stehen mehr Kondensatoren bereit, allerdings sind auch die Ströme deutlich höher. Wir haben bei 110 % den worst-case an einem der Messpunkte angezeigt, der aber immer noch in der Spezifikation liegt. Ansonsten sind die Werte auch dort respektabel und erreichen nicht mal die Hälfte der erlaubten Höhe.

[break=Fazit]
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Cooler Master liefert mit dem Silent Pro M1000 ein PC-Netzteil ab, das eine angemessene Ausstattung und wertige Elektronik bietet. Der Marktpreis ist aktuell moderat hoch. Die Kühlung könnte gemessen am Namen allerdings leiser sein und der Lüfter ein etwas besseres Modell. Die Ergebnisse im Belastungstest sind respektabel.

Bei der Ausstattung kann das Silent Pro mit den Antivibrationsrahmen und einer angemessenen Anzahl an PCIe Steckern punkten. Die 5 Jahre Garantie sind keine Besonderheit mehr, zumal das Produkt dafür online registriert werden muss. Allerdings hängt vieles auch von den Service-Qualitäten ab, weshalb die Dauer der Garantie nicht das Hauptmerkmal bei der Kaufentscheidung sein sollte. Mit 60 bzw. 65 cm sind der 24-pin und 4+4/-pin Mainboardstecker sehr lang, wobei wir uns einen weiteren 4-pin und 8-pin Stecker gewünscht hätten. Cooler Master fokussiert sich hier sehr stark auf einen High-End Spiele-PC mit einer 8-pin Buchse. Abseits davon gibt es aber auch Hauptplatinen bzw. CPUs, die mehr benötigen. Dafür sind genug Peripherie-Anschlüsse vorhanden und die asynchrone Anordnung der SATA Stecker berücksichtigt die Vielzahl an möglichen Positionen für Festplatten und Laufwerke. Der Floppy-Stecker wurde als Adapter beigelegt. Das lässt jedem Benutzer die Entscheidungsfreiheit, ihn nutzen zu können und nicht separat hinzukaufen zu müssen. So hängt er aber auch nicht ungenutzt in den Gehäusen, wo er keine Verwendung mehr findet. Die verwendeten Flachleitungen sind aus Gründen der Flexibilität vorteilhaft, nicht aber für den Luftstrom im Gehäuse.

Inhaltlich zeigt Cooler Master eine insgesamt zufriedenstellende Verarbeitung auf. Dort wo es notwendig ist, wird mit Isolierungen gearbeitet. Dort wo es sinnvoll ist, wird das Netzteil mit einer erlesenen Auswahl an Komponenten verfeinert. Nur die PFC-Drossel könnte etwas besser befestigt sein. Ansonsten sind die einzelnen Filterstufen gut bestückt. Das gilt insbesondere für die Kondensatoren, da Cooler Master nicht nur den Siebelko primär, sondern vor allem auch die Modelle sekundär gut ausgewählt hat. Hier werden nicht nur die Einzelheiten ins Rampenlicht gestellt, sondern ein ganzes Portfolio an erwünschten Maßnahmen. Es sind nicht einfach nur 105 °C Kondensatoren verbaut worden, sondern Fabrikate mit wirklich akzeptablen Kenndaten im Detail. Trotzdem handelt es sich nicht um die besten Serien, da ein Kompromiss mit dem Preis von ca. 130 € gefunden werden musste. Besonders bei geringer Last sollte der Anbieter noch über eine Lüfter-Regulierung in kleineren Stufen nachdenken, da das Niveau von 10-50 % Last identisch bleibt. Außerdem ist der Lüfter mit Gleitlager Standardware, während sich viele Hersteller an ihrer hausinternen Ware bedienen. Natürlich besitzt nicht jeder Hersteller seine eigene Lüfterserie, aber auch von anderen Anbietern könnte Cooler Master entsprechende Lösungen einholen.

Dafür können wir bei den Messergebnissen nichts beanstanden. +5 V sollte nicht so weit abfallen, liegt aber noch mit leichten Puffern innerhalb der Spezifikation. Zumal ein modernes System die Schiene nicht so stark belastet, wie wir es machen. Zudem wurde dieser Wert lediglich bei Überlast ermittelt. Bei Volllast ist das Resultat absolut vertretbar. Außerdem schließt + 3,3 V mit -1,5 % ab und +12 V ist erneut äußerst konstant. Hier ist die Restwelligkeit zwar zeitweise am Höchsten, insgesamt kann das Silent Pro aber überzeugen. Schließlich erreichte be quiet! hier noch höhere Werte und auch Enermax näherte sich auf +12 V einem Wert von 60 mV. Und das bei wesentlich geringeren Strömen. Wirklich stark ist die Konkurrenz in Sachen Spannungsqualität also nicht. Gerade bei +3,3 V und +5 V sind einstellige bis kleine zweistellige Werte kaum zu schlagen.

Der Wirkungsgrad mag mit bis zu 87 % nicht der beste sein, liegt jedoch im versprochenen Rahmen. Weiterhin ist die Effizienz mit 82 % bei 10 % Last (knapp 100 Watt) über dem gängigen Niveau der PC-Netzteile aus bisherigen Tests. Der Leistungsfaktor erreicht auch bei 230 VAC einen Wert von 0,98 und damit minimale Phasenverschiebungen. Es fehlt also nicht mehr viel, um das M1000 zum besten ATX-Netzteil seiner (Preis-)Klasse zu erweitern. Doch wirklich Silent (Pro) ist das Gerät leider nicht.

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