Mini-Solaranlagen und Balkonkraftwerke für Anfänger und solche, die es werden wollen

Der Netzbetreiber freut sich leider nicht da drüber wenn die erzeugte Energie ungenutzt in das Stromnetz fließt dafür müssen andere regelbarere Erzeuger abgeschaltet oder runter geregelt werden.
Ganz so wohltätig ist es nicht Überschüsse ins Netz zu schieben.


Gruß

D.U.
 
Ich würde sie auch lieber selbst verwenden ;)
Dafür bräuchte ich dann aber einen noch größeren Speicher und einen Shelly oder sowas, damit ich dynamischer auf den Verbrauch reagieren kann.
 
Hab gerade in der c‘t gelesen, dass die Speicher mit integriertem Wechselrichter bei geringer Last einen ziemlich miserablen Wirkungsgrad haben. Das Testobjekt Growatt Nexa 2000 hatte selbst ohne Einspeisung schon 50W Grundverbrauch. Bei 50W Abgabe um die 50%. Das ist etwas doof, wenn man nur die Grundlast abdecken will, die ich bei mir auf vielleicht 50W schätze.
Da bräuchte es wohl einen separaten Wechselrichter, der nur auf max 100W ausgelegt ist.
 
Das ist schwierig einzuschätzen denn beim Wechsel von der Gleich- zur Wechselspannung gibt es ein recht praktisches Problem. Die Blindleistung, welche vom normalen Stromzähler nicht berücksichtigt wird, darf vom Wechselrichter mit geliefert werden.
Da die Blindleistung von induktiven (z.B. Motoren) und kapazitiven Lasten (z.B. Schaltnetzteile) getrieben wird und beides im Haushalt vor allem die Grundlast treiben ist das vielleicht nicht eine Frage des Wirkungsgrades vom Wechselrichter sondern vielmehr eine Frage der Messmethodik.
 
Die haben schon die Kiste aufgeschraubt und an mehreren Stellen vor und nach der Wandlung jeweils gemessen.
 
Boah, der reicht ja kaum für den Kühlschrank. :o
 
Ja, der Kühlschrank braucht mehr als 50W, aber der läuft ja nicht ständig. Den würde ich ggf. mit passendem Zwischenstecker versehen, damit der Wechselrichter dann mal mehr liefert, wenn gekühlt wird. Oder ich steige auf den 12V-Kühlschrank um, der könnte dann direkt den Gleichstrom anzapfen, braucht aber durchgehend 80W.
 
Kühlschränke sind etwas was für Wechselrichter durchaus ein Problem werden kann.
Die Kompressoren haben idR. einen sehr hohen Anlaufstrom (ein vielfaches vom Nennstrom) und wenn dann auch noch die Blindleistung schlecht kompensiert wurde kann für die 50W Nennleistung ein 300W Wechselrichter für den Anlaufstrom des Kompressors schon zu knapp werden.
Gerade für Insellösungen ist das Thema echt nicht ohne.

Oder ich steige auf den 12V-Kühlschrank um, der könnte dann direkt den Gleichstrom anzapfen, braucht aber durchgehend 80W.
Ein 12V Modell auf Basis eines Kompressors oder Peltier Elements?
 
Zuletzt bearbeitet:
Also wir haben einen Kühlschrank im Wohnwagen der kann mit 12V, 230V und Gas betrieben werden.
Die Kühlleistung bei 12V ist aber echt unterirdisch und taugt nur mehr zum „kühl“ halten während der Fahrt.
 
Hab gerade in der c‘t gelesen, dass die Speicher mit integriertem Wechselrichter bei geringer Last einen ziemlich miserablen Wirkungsgrad haben. Das Testobjekt Growatt Nexa 2000 hatte selbst ohne Einspeisung schon 50W Grundverbrauch. Bei 50W Abgabe um die 50%. Das ist etwas doof, wenn man nur die Grundlast abdecken will, die ich bei mir auf vielleicht 50W schätze.
Da bräuchte es wohl einen separaten Wechselrichter, der nur auf max 100W ausgelegt ist.
Ach - das "Problem" lässt sich ja leicht lösen: Einfach eine (oder beliebig viele) Kisten 24/7 für BOINC rechnen lassen und schon geht die Effizienz nach oben! *oink*
 
Ein 12V Modell auf Basis eines Kompressors oder Peltier Elements?
Weder noch, Absorber. Kompressor ist effizienter, aber ich mag die absolute Stille des Absorbers (Hauptkaufgrund).
Peltier braucht ja auch immer noch lärmende Lüfter - sowas habe ich auch noch als kleine Kühlbox fürs Auto.

Also wir haben einen Kühlschrank im Wohnwagen der kann mit 12V, 230V und Gas betrieben werden.
Die Kühlleistung bei 12V ist aber echt unterirdisch und taugt nur mehr zum „kühl“ halten während der Fahrt.
Gas und 230V kann meiner neben den 12V auch nutzen. Aber bisher habe ich ihn noch nie auf 12V oder mit Gas ausprobiert. Generell braucht der schon etliche Stunden, um reingelegte warme Sachen runterzukühlen.

Ach - das "Problem" lässt sich ja leicht lösen: Einfach eine (oder beliebig viele) Kisten 24/7 für BOINC rechnen lassen und schon geht die Effizienz nach oben! *oink*
Hm, dann bräuchte ich aber auch mehr Solarzellen und mehr Speicher. 50W x 24 Stunden hab ich mir mit einem einzelnen 2 kWh-Speicher schöngerechnet, die sich tagsüber theoretisch in wenigen Stunden mit 400W füllen lassen.
Rücksprache mit dem Vermieter ergab aber leider, dass er die Solarzellen von außen nicht sehen möchte, die Architektur würde leiden. Bleibt also nur ein 400W-Tisch. Alternativ graue Module, die zufällig genau die Abmessungen der Balkongitterflächen haben (120x80cm).
 
Zuletzt bearbeitet:
Rücksprache mit dem Vermieter ergab aber leider, dass er die Solarzellen von außen nicht sehen möchte, die Architektur würde leiden.
Mit diesem Argument darf er die Anlage nicht ablehnen - inzwischen sind BKWs eine "privilegierte Maßnahme"!
Da muss er schon Sicherheitsgründe, Denkmalschutz, o.ä. anführen - aber nur weil Ihn die Optik stört, reicht nicht als Begründung für eine Ablehnung... :]
 
Das kann schon sein. Aber er wohnt nebenan und wir müssen ja auch weiterhin miteinander auskommen. §§ helfen mir da nur bedingt.
 
Zumindest den Hinweis darauf kann man imho schon mal fallen lassen...
Und schwarze Module passen meiner Meinung nach eigentlich auch "überall" hin (optisch)!
 
In dem Fall passen graue Module, weil alles am Balkon grau ist. ;)
 
Das sind keine Solarmodule, das ist ein Sichtschutz. Glaub nicht dass für einen Sichtschutz beim Vermieter nachgefragt wird.
 
Geschätze Grundlast?
Jeder der Zugang zu seinem Zähler hat kann die Grundlast doch selber ermitteln.
Tagesverbrauch durch 24h reicht als Näherung total aus.
Selbst Jahresverbrauch durch 365d durch 24h ist ausreichend.
Und bei Steckersolargeräten und Kleinerzeugeranlagen ist ein Speicher eine Option die erzeugte Energiemenge dosiert über einen längeren Zeitraum als die täglichen Sonnenstunden in den Verbrauch einzubinden.
Ein Konstrukt mit Speicher kann allerdings, zumindest wenn sich an die VDE 4104-2026/3 gehalten wird, nicht mit Schukostecker betrieben werden.
Das bedarf einen Festausschuss oder spezieller Steckvorrichtung (z.B. Wielandstecker)


Gruß

D.U.
 
Dann also den Speicher gleich als Insellösung betreiben und den Kühlschrank und PC dort anschließen.
 
Energy Sharing soll nun seit 1. Juni möglich sein, also das Teilen ins öffentliche Netz, aber mit einem dediziertem Abnehmer. Hat sich schon jemand damit beschäftigt?
 
Ja, ein wenig. Die Kosten sind leider so hoch, dass es sich so gut wie nie lohnt.
Beide Seiten brauchen ein echtes Smartmeter, dann kostet es Durchleitungsgebühren und Steuern. Am Ende kommt man so um die 20cent pro kWh raus. Da müsste man den Strom schon verschenken, um unter den marktüblichen Preisen zu bleiben.
Ich hatte das überlegt, weil ich ja ein Grundstück mit viel Platz habe, wo ich aber so gut wie keinen Strom verbrauche. Da hätte ich mir den Strom nach Hause in die Stadtwohnung schicken können.

Gerade bei direkten Nachbarn, wo der Strom quasi gar nicht durch nennenswerte Infrastruktur des Netzbetreibers muss, sind die Gebühren einfach nur lächerlich. Ich hätte es so gemacht, dass die Durchleitung sich halbwegs an den realen Kosten orientiert. Und zwar generell. Wenn die Bayern keine Erneuerbaren haben wollen und sich den Strom aus dem Norden schicken lassen, sollte das ordentlich was kosten. Wenn ich im gleichen Endverteilnetz bleibe, dürften die Kosten allenfalls den Verwaltungsaufwand decken müssen.

Bei direkten Nachbarn würde ich drüber nachdenken, ob nicht der Nachbar mit den Solarzellen diese zum Teil einfach an den Nachbarn ohne Solarzellen verpachtet und der bei sich im Haus einspeist. Da brauchts natürlich von Anfang an die passende Verkabelung und 2 Wechselrichter.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal ehrlich, bei direkten Nachbarn würde mich eher schauen ob eine Schaltung wie bei einer Überschussladung zu realisieren wäre und ein Verlängerungskabel rüber schmeißen...
Das diese Form der Konkurrenz nicht gewollt ist sieht man ja auch daran diese Durchleitgebühr offenbar deutlich höher als bei einem regulären Stromversorger ist.
 
Am Ende kommt man so um die 20cent pro kWh raus. Da müsste man den Strom schon verschenken, um unter den marktüblichen Preisen zu bleiben.

Das diese Form der Konkurrenz nicht gewollt ist sieht man ja auch daran diese Durchleitgebühr offenbar deutlich höher als bei einem regulären Stromversorger ist.

Danke für eure Einschätzung. Ob diese 20ct noch sinken werden, um den Wettbewerb zu stärken? Wäre doch Aufgabe von der Bundesnetzagentur, das zu regulieren, oder?
 
Danke für eure Einschätzung. Ob diese 20ct noch sinken werden, um den Wettbewerb zu stärken? Wäre doch Aufgabe von der Bundesnetzagentur, das zu regulieren, oder?
Ich vermute, das Konstrukt ist das Ergebnis von zig höheren Beamten, wo jeder in seinem kleinen Zuständigkeitsbereich irgendwas gefordert hat, was unbedingt einzuhalten ist und im Ergebnis hat man wieder ein neues Bürokratiemonster geschaffen. Es würde mich auch nicht wundern, wenn die Energiekonzerne da fleißig lobbyiert haben, damit es weiterhin möglichst kompliziert bleibt. Der Flickenteppich an hunderten bis Tausenden Kleinnetzbetreibern dürfte auch ein Hinderungsgrund für eine einfache, pragmatische Lösung sein.
 
Es gäbe da auch noch die Bürger-Energie-Genossenschaft Köllertal - Überschüsse können andern Mitgliedern zu individuell vereinbarten Preisen verkauft werden, der Dienstleister berechnet noch 1 ct/kWh extra. Das hat sich für meine Begriffe ganz interessant angehört, aber wenn man Strom braucht, der quasi nicht von einem der Vertragspartner geliefert werden kann, dann kostet dieser 29ct/kWh - da war ich dann leider raus (ich zahle aktuell ~22ct/kWh)...
Aber vielleicht ist das Modell ja für den ein oder anderen interessant? *noahnung*
Ach ja: Man muss da auch nicht im Köllertal wohnen, so wie ich das verstanden hab' ;)
(Für den Beitritt in die Genossenschaft muss man afair Anteile im Wert von 1.000€ erwerben, bekommt da aber eine Dividende drauf)
 
Danke für eure Einschätzung. Ob diese 20ct noch sinken werden, um den Wettbewerb zu stärken? Wäre doch Aufgabe von der Bundesnetzagentur, das zu regulieren, oder?
Ich denke eher nicht denn dieses Konstrukt behindert ja eher den Wettbewerb mit den Kleinerzeugern.
Anstatt den überschüssigen Strom kostenlos ins Netz abzugeben damit der zu den Haustarifen der Großerzeuger verkauft werden kann soll man so auch noch einen überzogenen Preis für die "Durchleitung" zahlen.

Ich vermute, das Konstrukt ist das Ergebnis von zig höheren Beamten, wo jeder in seinem kleinen Zuständigkeitsbereich irgendwas gefordert hat, was unbedingt einzuhalten ist und im Ergebnis hat man wieder ein neues Bürokratiemonster geschaffen. Es würde mich auch nicht wundern, wenn die Energiekonzerne da fleißig lobbyiert haben, damit es weiterhin möglichst kompliziert bleibt. Der Flickenteppich an hunderten bis Tausenden Kleinnetzbetreibern dürfte auch ein Hinderungsgrund für eine einfache, pragmatische Lösung sein.
Ich denke eher dass das die Netzbetreiber und Energieversorger weitestgehend unter sich ausgemacht haben und daher eher auf regionaler Ebene abläuft. Die wollen für die Netzstabilität natürlich lieber möglichst wenig Einspeiser die für die bedarfsorientierte Einspeisung gesteuert werden müssen anstatt für den Ausgleich der Bedarfs- und Erzeugungsschwankungen Pufferkapazitäten auszubauen denn für die Stabilität des Stromnetzes muss immer so viel Energie eingespeist werden wie entnommen wird. Wird das nicht gemacht laufen einem die Netzfrequenz und Spannung weg bis es zur Notabschaltung kommt weil eine spezifizierte Grenze überschritten wurde.
 
Zurück
Oben Unten