Politischer Richtungswechsel in D. Was ist mit der Kilometerpauschale?

TryPod

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Hallo,

bis vor kurzem habe ich im Außendienst gearbeitet und dabei jede Menge km mit meinem Privatwagen zurückgelegt.

Irgendwo habe ich gehört, dass Merkel und die CDU vorhaben, die Kilometerpauschale zu kürzen / streichen. Ist da was dran?

Bekommt man eigentlich nur die km von und zur Arbeitsstelle angerechnet? Oder werden die km, die ich während des Außendienstes zurückgelegt habe, vom Finanzamt beim Lohnsteuerjahresausgleich ebenfalls berücksichtigt?
 

Leo Trotzki

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meine schwetser arbeitet im finanzamt. ich werde sie heut abend fragen, wenn sich nicht schon vorher jemand findet, der sich damit auskennt.
 

Luanne

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Nicht die Begrifflichkeiten verwechseln.

Auf dem Prüfstand steht die Pendlerpauschale, also das,
was Du für den Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte
steuerlich geltend machen kannst.

Die Kilometerpauschale für dienstliche Fahrten mit dem
eigenen PKW ist etwas anderes. Diese 30ct/km bekommt derjenige
steuerfrei, der seinen privaten PKW im Auftrag des Arbeitgebers
einsetzt.

Die Fahrt von der Wohnung zur Arbeitsstätte ist keine Dienstfahrt,
sondern eine Privatfahrt.

Ich gehe davon aus, dass die Pendlerpauschale gestrichen wird,
da davon meistens diejenigen profitieren, die sich unter Zuhilfenahme
der Eigenheimzulage ein nettes Häuschen auf dem Land gebaut haben und
neben dem haus auch noch den weiten Anfahrtsweg zur Arbeit subventioniert
bekommen, gleichzeitig aber auf dem Land gebaut haben, weil Grundstücke
dort so günstig sind.
Folge: Eigenheimzulage weg, Pendlerpauschale weg, Wohnungen und Häuser
gibt es mittlerweile wieder genug und wer schön im Grünen wohnen möchte
kann doch den längeren Anfahrtsweg selbst bezahlen, schließich hat er
günstiger gebaut und und wohnt schöner.

Eine Streichung der Pendlerpauschale träfe viele übrigends gar nicht, weil
der generelle Freibetrag für Werbungskosten (darunter fällt auch die Fahrt
zur Arbeit) von den meisten gar nicht erreicht wird.
 

Stonehedge

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Jo das hatten die Merkel (the Dark Side Of The Force) und ihr Verein schon als Wahlprogramm... neben vielen anderen kleinen Sauereien, die den arbeitenden Bürger bestrafen....

aber keine Sorge, zumindest die Pendlerpauschale und die Schichtzulagen werden die nicht klein kriegen, da sorgt die SPD schon für :)


/ Edit /

Gestern haben sie im Radio zu dem Thema auch verlauten lassen, dass eine Streichung der Pendlerpauschale wohl gar nicht in Einklang mit der Verfassung zu bringen wäre, da die "Werbungskosten" (zu denen gehört die Pendlerpauschale wohl) eine Art Grundrecht oder sowas ähnliches ist.

/ Edit Ende /
 
Zuletzt bearbeitet:

algeron

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aber keine Sorge, zumindest die Pendlerpauschale und die Schichtzulagen werden die nicht klein kriegen, da sorgt die SPD schon für :)
Da wäre ich mir nicht so sicher. Das Ziel sind Einsparungen von 35 Milliarden Euro!
Letztlich wird alles auf den Prüfstand kommen, auch die Pendlerpauschale etc.
 

Luanne

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Jo das hatten die Merkel (the Dark Side Of The Force) und ihr Verein schon als Wahlprogramm... neben vielen anderen kleinen Sauereien, die den arbeitenden Bürger bestrafen....

aber keine Sorge, zumindest die Pendlerpauschale und die Schichtzulagen werden die nicht klein kriegen, da sorgt die SPD schon für :)

Nicht richtig!
Die CSU ist gegen die Abschaffung der Pendlerpauschale, weil Bayern ein
Flächenland mit vielen Pendlern ist. Demzufolge steht das auch nicht im
Programm der CDU/CSU, nicht zu verwechseln mit den Studien Prof. Kirchhofs.

Bei der "Schichtzulagen", geht es nicht, wie Du schreibst um deren Abschaffung,
sondern um die Abschaffung der Steuerbefreiung auf diese Zuschläge.
Den Zuschlag gäbe es weiterhin, nur eben nicht mehr steuerfrei.
Hintergrund ist die Ungleichbehandlung einzelner Berufsgruppen:
Während die Krankenschwester steuerfrei Zuschläge erhält, muss die Hebamme,
selbstständig, ihr gesamtes Einkommen versteuern, auch wenn sie nachts
und am Sonntag gearbeitet hat. Bei anderen Berufsgruppen, in der Industrie,
sieht es ebenso aus. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, was passiert, wenn
besagte Hebamme einmal das Verfassungsgericht anruft, von wegen Gleichheits-
grundsatz und so.
 

Stonehedge

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Die CSU ist gegen die Abschaffung der Pendlerpauschale, weil Bayern ein Flächenland mit vielen Pendlern ist..

Echt? Traurig genug, dass die das von EINEM Bundesland abhängig machen....


Du scheinst jedenfalls eine Menge Ahnung von der Materie zu haben, Respekt :)
Haste noch mehr fiese Infos dazu?
 

Luanne

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Echt? Traurig genug, dass die das von EINEM Bundesland abhängig machen....


Du scheinst jedenfalls eine Menge Ahnung von der Materie zu haben, Respekt :)
Haste noch mehr fiese Infos dazu?

Danke. :)

Ja, echt. Da die CSU nur in Bayern antritt, ist sie in erster Linie für Bayern
verantwortlich. In einem gemeinsamen Programm mit der CSU muss die
CSU sich dann ja auch wiederfinden können.
Es muss aber nicht nur CSU vs. CDU sein. Die einzelnen Landesverbände
aller Parteien bringen ihre Schwerpunkte auch in das gemeinsame Programm
ein. Beispielsweise hängen nur Nordrhein-Westfalen und das Saarland an der
Steinkohlesubventionierung, die anderen 14 Länder hätten wohl kein Problem
damit sie von jetzt auf gleich zu streichen, egal welche Partei.
Aber NRW ist schon sehr mächtig in Deutschland.
 

JaNeeIsKla

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AC - NRW
Nach dem Kassensturz bei den Koalitionsverhandlungen herrscht offenbar Panik: Maßnahmen, die vor kurzem noch tabu erschienen, werden nun wieder diskutiert. Mit der Erhöhung der Sozialabgaben wird der Staat seine Finanzprobleme allerdings eher verschärfen.

Es ist kaum zu fassen, aber es scheint tatsächlich wahr zu sein: Die jahrzehntelange Erosion der öffentlichen Kassen hat immer noch keinen Lerneffekt bei denen ausgelöst, die ständig vorgeben, dem Lande dienen zu wollen. Anders lässt sich nicht erklären, dass nun aus den Koalitionsverhandlungen allen Ernstes das glatte Gegenteil liebdienerischen Verhaltens durchsickert: Die Sozialabgaben sollen steigen!

Das klingt harmlos, entspricht die permanente Steigerung der Lohnnebenkosten doch nur jahrzehntelanger Praxis. In Wahrheit ist dieses Vorhaben allerdings kontraproduktiver Wahnwitz. Fester könnte man seine Augen vor der bedrückenden Entwicklung der vergangenen zwanzig Jahre kaum verschließen.

Die Großparteien scheinen immer noch nicht kapiert zu haben, dass die immer größere Belastung des Faktors Arbeit hierzulande einen Teufelskreis hervor gerufen hat, wie er in dieser Schärfe kaum in einem Land wirkt.

Es ist erstaunlich, dass das Problembewusstsein hierfür fehlt. Denn die Logik dieser Kausalkette müsste verständlich genug sein, um sich mittlerweile im Konrad-Adenauer- oder Willy-Brandt-Haus herumgesprochen zu haben: Die hohen Sozialabgaben erzeugen wegen ihrer katastrophalen Wirkung auf dem Arbeitsmarkt nicht höhere sondern niedrigere Staatseinnahmen.

Der Staat hat ein Einnahmenproblem, das sei hier ausdrücklich eingeräumt. Dieses Problem besteht aber nicht, weil der Faktor Arbeit etwa zu wenig, sondern weil er schon viel zu viel belastet wird. Wenn nun die Milchmädchenrechnungen der 80-er und 90-er Jahre wieder aufgemacht werden, dann wird Schwarz-Rot in Zukunft ebenso scheitern wie Rot-Grün oder Schwarz-Gelb in der Vergangenheit.

Die Groß-Koalitionäre sollten die alten Rezepte daher endlich in den Schubladen liegen lassen. Wie wär’s beispielsweise mit der Einführung der Börsenumsatzsteuer und der Erhöhung der Erbschaftsteuer für Privatvermögen? Die ökonomischen Verwerfungen dieser Maßnahmen wären bei weitem kleiner als der Schaden, den die Erhöhung der Sozialabgaben anrichten würde. Von Gerechtigkeitsaspekten ganz zu schweigen.

Frage- und Antwortspiel

Sollten die neuen Koalitionäre tatsächlich bei vollem Bewusstsein all dieser Argumente auf den Vorschlag höherer Sozialabgaben verfallen sein? Dann müssten sie folgendes Frage-und-Anwortspiel gestatten:

Was passiert, wenn die Sozialabgaben erhöht werden?

Antwort: Die Lohnkosten steigen.

Was aber passiert, wenn die Lohnkosten steigen?

Antwort: Die massive Arbeitslosigkeit in Deutschland wächst weiter an.

Was aber passiert, wenn die massive Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter ansteigt?

Antwort: Die Sozialkassen werden sowohl auf der Einnahmen- als auch auf Ausgabenseite noch stärker belastet als das ohnehin der Fall ist.

Was aber passiert, wenn die Sozialkassen noch stärker belastet werden?

Antwort: Die Staatskassen geraten noch stärker ins Defizit.

Was aber passiert, wenn die Staatskassen noch stärker ins Defizit geraten?
Die Antwort der letzten Jahrzehnte: Die Sozialabgaben werden erhöht.

Was aber passiert, wenn die Sozialabgaben erhöht werden?
Hinweis: Siehe Oben!

Quelle: Süddeutsche Online -> http://www.sueddeutsche.de/,tt1m2/wirtschaft/artikel/205/63142/

Gruß
 

Bitspyer

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Tja,

die Politiker wollen Geld sparen, bzw. Mehreinnahmen für den Staat. Doch woher holen????

Die CDU möchte die Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber senken. Schliesslich schaffen diese ja die Arbeitsplätze.
Doch dann fehlt ja Geld.... Also holen wir es von den Arbeitnehmern.

Mit dem Wegfall der Eigenheimzulage kann ich Leben. Ich bekomm meine ja schon und geniesse daher Vertrauensschutz... ;)

Was mir allerdings mehr zu Grübeln gibt, sind die Pläne, das die Leute bis 67 arbeiten sollen. Welche Firma will denn Arbeitnehmer die über 60 sind????
 

Stonehedge

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Aus wollen wird müssen, dem massiven Geburtenrückgang ist's geschuldet.

Hey dazu mal ne ganz ganz dumme Frage: Wenn´s doch so ist, dass die Geburten zurück gehen, ergibt sich doch alleine durch diesen demographischen Faktor auch, dass es z. B. in 20 Jahren weniger Arbeitslose gibt, oder etwa nicht?


Von den anderen Nachteilen (weniger Einzahler in Rentenkassen usw.) will ich jetzt mal absehen, die stehen auf der anderen Seite der Medaille
 

Patmaniac

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Was mir allerdings mehr zu Grübeln gibt, sind die Pläne, das die Leute bis 67 arbeiten sollen. Welche Firma will denn Arbeitnehmer die über 60 sind????
Hättest du die FDP gewählt, dann wärest du für ein Ende der unsinnigen Altersregelung, wo es dann einzig und alleine ankommt, wie lange du arbeitest. Also wenn du meinetwegen 45 Jahre arbeitest, kriegst du die volle Rente. Ist gut für Leute, die früh anfangen zu arbeiten (Ausbildung mit 16 usw.). Die hätten dann nämlich schon mit 61 in die Rente gehen dürfen.

Aber lass mich raten, du hast auf die üblichen Parolen der SPD der "sozialen Kälte" gehört und sie entsprechend gewählt!? Tja, ich will dir (oder eben den entsprechenden Wählern) ja nicht die Illusionen nehmen, aber genauso wird's kommen in Sachen Pendlerpauschale und Mehrwertsteuer, da es nunmal net anders geht. Das wusste die SPD auch schon vor der Wahl, aber who cares.. *noahnung* :-X

Wie auch immer, ein echter Neuanfang wurde ja leider nicht gewählt und insofern muss man sich jetzt einfach mal mit der Situation abfinden, wie wir sie jetzt vorfinden. Ich denke dabei mal nicht, dass die große Koalition soviel wird reissen können.. Nunja, schaun'mer mal.. :) *suspect*
 

Campari

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Hey dazu mal ne ganz ganz dumme Frage: Wenn´s doch so ist, dass die Geburten zurück gehen, ergibt sich doch alleine durch diesen demographischen Faktor auch, dass es z. B. in 20 Jahren weniger Arbeitslose gibt, oder etwa nicht?

Ich spekuliere sogar darauf. Selbst in Brandenburg (!) werden ab 2010 erste Fachkräfte fehlen, in anderen Bundesländern sollte die Lage identisch sein, wenn auch vll. 5 Jahre später in der Massivität auftreten.
Ich weiß nicht, wie es in den alten Bundesländern genau aussieht, aber im Osten kam mit der Wende der Geburtenrückgang, der sich mittlerweile zwar konsolidiert hat aber eben auf einem recht niedrigen Niveau, d.h. die ersten Kinder geburtenschwachen Jahrgänge sind mittlerweile 16 alt.
 

Bitspyer

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@Patmaniac:

Wer hier was gewählt hat, ist glaube ich nicht Grundlage dieses Threads. Zumal es ja die letzten Jahre eh egal war was man gewählt hat, die Versprechungen der Politiker reicht eh nur bis zu dem Punkt, wo sie dann endlich an der Macht sind, oder es glauben.

Also dürfte man eigentlich nix wählen, zu mindestens nicht die "Großen".
Gut, FDP zählt nich dazu, aber überzeugen tun die mich auch nicht.

Politkverdrossenheit? Bei mir schon längst angekommen.
Aber ich zähle ja auch zu den (vorsicht Sarkasmus) "asozialen" die mehr als 2 Kinder in die Welt setzen...
 

Crashman

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Die alternde Bevölkerung wird sich für die Wirtschaft wahrscheinlich als negativ erweisen. Das Problem ist nämlich, dass Fachkräfte fehlen werden (--> das ist schädlich), aber dennoch viele schlecht qualifizierte Menschen arbeitslos sein werden (--> das ist teuer).

So müssen noch weniger Arbeiter noch mehr Rentner und Arbeitslose bezahlen.

MfG
 

Patmaniac

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@Patmaniac:

Wer hier was gewählt hat, ist glaube ich nicht Grundlage dieses Threads. Zumal es ja die letzten Jahre eh egal war was man gewählt hat, die Versprechungen der Politiker reicht eh nur bis zu dem Punkt, wo sie dann endlich an der Macht sind, oder es glauben.

Also dürfte man eigentlich nix wählen, zu mindestens nicht die "Großen".
Gut, FDP zählt nich dazu, aber überzeugen tun die mich auch nicht.

Politkverdrossenheit? Bei mir schon längst angekommen.
Aber ich zähle ja auch zu den (vorsicht Sarkasmus) "asozialen" die mehr als 2 Kinder in die Welt setzen...
Nicht falsch verstehen, ich will weder von dir noch von anderen hier wissen, was er/sie gewählt hat! Um Gottes Willen das Wahlgeheimnis ist mir heilig! :o ;) Allerdings habe ich bei dir dieses gewisse "die machen doch eh alles gleich" bzw. "CDU/CSU und FDP sind doch noch viel schlimmer, weil Sozialabbau blablabla" usw. rausgehört. Wie ich sehe, habe ich in Sachen Politikverdrossenheit Recht. Tja, und an dem Punkt ist es aus meiner Sicht schade, dass es nicht zu einer Schwarz-Gelben Regierung gekommen ist, da hier endlich mal die Chance dagewesen wäre, einen echten Neuanfang zu wagen! Dabei muss ja nicht alles das nonplusultra sein, denn schließlich kann man aus Fehlern lernen und Gesetze im nachhinein anpassen, aber was Deutschland wahrhaftig dringend braucht, sind neue Systeme! Sei es das Gesundheitssystem, das Rentensystem, das Steuer- oder auch Bildungssystem. Überall hier klaffen riesige Löcher, die geradezu schwammartig den Verdruss über die Politik anziehen. Wobei man hier zum Schutze der deutschen Politik aber auch mal ganz glasklar sagen muss, dass der/die Wähler zum Großteil auch selbst dran Schuld sind! Zeigt doch dieses Wahlergebniss ganz deutlich. Weder ein "weiter so" noch ein "auf zu neuen Reformen" wurde eindeutig gewählt. Es herrscht momentan ein riesen Kuddelmuddel, wo die große Koalition als einziger echter Ausweg aus der Situation rauskommt.

Nur leider wird es eben nicht so sein, dass jetzt der große und notwendige Umbau der Systeme beginnt! So nach dem Motto "große Probleme - große Koalition", sondern die bisherigen System werden beibehalten und durch mehr Steuereinnahmen und weniger Staatsausgaben versucht zu deckeln. Dass das aber nicht so der Bringer ist, sollte jedem klar sein...
 

Luanne

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Wie oft wird hier denn die Mär vom (tatsächlichen) Renteneintritt mit 67 noch durchgekaut?

Nochmal: Es geht dabei nicht darum, bis 67 zu arbeiten, sondern darum, dass
die Rente geringer ausfällt, wenn man NICHT bis 67 arbeitet.
Da niemand bis 67 arbeiten soll, wird und will, heißt das nicht anderes als eine
Reduzierung des Rentensatzes.
 

X-Dimension

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Im Wald
Ich gehe davon aus, dass die Pendlerpauschale gestrichen wird,
da davon meistens diejenigen profitieren, die sich unter Zuhilfenahme
der Eigenheimzulage ein nettes Häuschen auf dem Land gebaut haben und
neben dem haus auch noch den weiten Anfahrtsweg zur Arbeit subventioniert
bekommen, gleichzeitig aber auf dem Land gebaut haben, weil Grundstücke
dort so günstig sind.
Folge: Eigenheimzulage weg, Pendlerpauschale weg, Wohnungen und Häuser
gibt es mittlerweile wieder genug und wer schön im Grünen wohnen möchte
kann doch den längeren Anfahrtsweg selbst bezahlen, schließich hat er
günstiger gebaut und und wohnt schöner.

Bitte? Ich glaube es hakt! 8-(

Es soll a ja auch "vereinzelt" noch Menschen geben die auf dem Land aufgewachsen sind und nicht in der Großstadt! Auf dem Land zu wohnen bedeutet nicht, daß man ein schönes Tolles Haus im grünen hat! Wo lebst du eigentlich?
Deine Aussage könnte man höchstens noch beim Speckgürtel um diverse Großstädte vertreten, aber sonst strotzt dein Statement nur so von Verallgemeinerung und Unwissenheit über das ländliche Leben und das der Pendler.

Sollen deiner Meinung nach jetzt alle in die Großstadt ziehen und das "Land" als Erhohlungsgebiet ansehen? Am besten machen wir es so: Das Arbeitnehmer-Fußvolk sperren wir irgendwo in Wohnsilos der Großstädte und die Besserverdienenden dürfen auf dem Land leben? Oder am Besten bauen wir gleich Wohnbunker ohne Fenster, denn wozu brauchen Arbeitnehmer auch Licht, die sollen gefälligst arbeiten die faulen Schw****! :]

Die ländlichen Regionen sterben doch ohnehin schon aus da 1. Das Leben dort immer teurer wird und 2. es dort keine Arbeit gibt! Durch die Abschaffung der Pendlerpauschale und der Eigenheimzulage begünstigst du nämlich nur das oben von mir beschriebene Szenario. Das Grundrecht auf freie Wahl des Wohnsitzes gebührt dann nur noch den Besserverdienenden!

Was ist mit der Familie die auf dem Land wohnt? SIE hat einen festen Job und ER pendelt täglich 100km hin und zurück in die nächste Großstadt. Erwartest du jetzt daß er die Woche über sich eine Wohnung in der Stadt nimmt und seine Familie nur am Wochenende sieht oder was?

Was einige hier für Ansichten haben schockiert mich immer wieder.
Der Mensch als "Arbeitsroboter": Nur wer Reich ist hat das Recht in Würde zu leben, alle anderen bekommen nur eine "Grundversorgung". Das ist einfach nur krank!
Dabei dachte ich daß wir der 2-Klassengesellschaft langsam entsprungen sind...

XD
 

Luanne

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Aber wieso soll ich als Mieter einer Wohnung mit meinen Steuergeldern die
Eigenheime von anderen subventionieren? Sehe ich nicht ein.

km-Pauschale ist und bleibt eine Subvention, also weg damit, genau wie
Kohle, Windstrom und auch bei der Landwirtschaft ist noch einiges zu holen.

Wenn wir nicht alles und jeden mit Steuermitteln subventionieren, brauchen
wir irgendwann auch nicht mehr so viele Steuereinnahmen und nicht so viele
Behörden, die diese Gelder verteilen.

BTW: Ich wohne in Dortmund (kennt man, oder?), allerdings arbeite ich dort
nicht, sondern muss auch pendeln (wäre also betroffen).
Das Pendeln ist hier morgends und abends kein angenehmes Fahren und dauert sehr
lange. Ich hätte dann gern eine zeit- statt km-abhängige Pendlerpauschale. ;D
 

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Einfach weg mit der Pendlerpauschale und der Kilometerpauschale, solchen Mist kann Deutschland sich nicht mehr leisten. Wer deswegen seiner Arbeit nicht mehr nachkommen kann, hat Pech gehabt, wird halt jemand anderes eingestellt.
 

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Ich habe aber auch gehört es sei rechtlich schwehr, die Entfernungspauschale abzuschaffen

Für Selbstständige sind die Kosten für Fahrten zu den Arbeitsstätten ja normale Ausgaben und können somit komplett von der Steuer abgesetzt werden (falls man das auch als Absetzen bezeichnet)

Arbeitnehmer müssten die exakten Fahrtkosten zur Arbeit auch als Werbungskosten von der Steuer absetzen können. Da das aber zu kompliziert wäre hat man statt dessen die Entfernungspauschale eingeführt.

Die Entfernungspauschale ist also keine nette Steuervergünstigung sondern kommt durch die Anwendung des Prinzips das nur das tatsächliche Einkommen und nicht die gesamten Bruttoeinkünfte versteuert werden.

Würde man nun sagen die Fahrtkosten zur Arbeit sind private Ausgaben und keine beruflichen (z.B. weil es privatsache ist wie weit weg man vom Arbeitsplatz wohnt) müsste dies auch für Selbstständige gelten.

Es gibt da unter Juristen (wie immer) sicher verschiedene Ansichten aber wie ich gehört habe, scheint ein einfaches Abschaffen der Entfernungspauschale fast unmöglich.
 

Frankenpower

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Ich habe aber auch gehört es sei rechtlich schwehr, die Entfernungspauschale abzuschaffen

Für Selbstständige sind die Kosten für Fahrten zu den Arbeitsstätten ja normale Ausgaben und können somit komplett von der Steuer abgesetzt werden (falls man das auch als Absetzen bezeichnet)

Arbeitnehmer müssten die exakten Fahrtkosten zur Arbeit auch als Werbungskosten von der Steuer absetzen können. Da das aber zu kompliziert wäre hat man statt dessen die Entfernungspauschale eingeführt.

Die Entfernungspauschale ist also keine nette Steuervergünstigung sondern kommt durch die Anwendung des Prinzips das nur das tatsächliche Einkommen und nicht die gesamten Bruttoeinkünfte versteuert werden.

Würde man nun sagen die Fahrtkosten zur Arbeit sind private Ausgaben und keine beruflichen (z.B. weil es privatsache ist wie weit weg man vom Arbeitsplatz wohnt) müsste dies auch für Selbstständige gelten.

Es gibt da unter Juristen (wie immer) sicher verschiedene Ansichten aber wie ich gehört habe, scheint ein einfaches Abschaffen der Entfernungspauschale fast unmöglich.

Es sollte genauso für selbständige gelten. Was sie Ausgeben, um zur Arbeit zu kommen, sollten sie als nie und nimmer abschreiben dürfen. Ist nämlich nicht das Problem des Staates, was sie da ausgeben. Bruttoverdienst wird besteuert, und alles weitere ist Sache der Leute. So gehört sich das eigentlich.
 

DoE

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Ich halte nichts davon allein die Entfernungspauschale abzuschaffen und zwar aus 2 Gründen:

1.Werden dadurch flexible Leute benachteiligt.
Meine Freundin und ich müssen beide fahren und zwar in entgegengesetzter Richtung.
Umziehen ist in der Sache eher schwierig.
Und ich arbeite bei dem Verein, der die Steuern festsetzt und weiß somit genau, was alles bei der Bearbeitung der Steuererklärung durch uns durchgewunken wird, weil es gar nicht mehr anders geht (arbeitstechnisch).Warum sollte also die Pauschale gekürzt werden, wenn irgendwo anders Absetzungsmöglichkeiten durchgewunken werden ? Abgesehen davon, dass die Pauschale bei dem heutigen Spritpreisen eh nicht viel rausreißt.

2. Zahlen die, die viel verbrauchen auch mehr ein (Mineralölsteuer)
Was auch richtig ist.
Das sollte dann aber auch reichen.

Abgesehen davon halte ich nichts von dem jetzigen Konzept, einzelne Bausteine zu bearbeiten.
Ich war und bin Befürworter einer Gesamtlösung ala Kirchhoff.
Die Bemessungsgrundlage verbreitern (also Absetzungsmöglichkeiten abschaffen für a l l e ) und dann einen einheitlichen oder stufengeregelten Steuersatz.
Dass das sozial ungerecht ist muß mir nochmal einer vorrechnen.
 

Stonehedge

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Einfach weg mit der Pendlerpauschale und der Kilometerpauschale, solchen Mist kann Deutschland sich nicht mehr leisten. Wer deswegen seiner Arbeit nicht mehr nachkommen kann, hat Pech gehabt, wird halt jemand anderes eingestellt.

Du hast aber heute auch schon zwei Vodka zuviel getrunken, oder? Von jemand der noch alle Sinne beienander hat, erwarte ich so eine Aussage jedenfalls nicht!
 
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