Preview FSP Raider 450W

soulpain

Grand Admiral Special
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Trotz der vielen Roundups möchten wir auch weiterhin einzelne PC-Netzteile vorstellen, was vor allem bei ungewöhnlichen Modellen der Fall sein wird. FSP liefert oft die passenden Kandidaten für solche Tests, da sie zu den wenigen Herstellern mit passiv gekühlten Netzteilen gehören. Auch die Notebook-Adapter mit USB-Anschluss konnten vor allem qualitativ überzeugen. Heute prüfen wir das ATX-Netzteil Raider mit 450 W, von dem wir ein erstes Muster ohne Lieferumfang erhalten haben. Die Raider-Serie tarnt sich mit einem 80-PLUS-Bronze-Logo, kann die Herkunft von einer Baureihe mit 80 PLUS Gold aber kaum verbergen. Wir bedanken uns bei FSP für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

Preisvergleich nicht möglich

[break=Produkteigenschaften]
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Mit den fest angeschlossenen Leitungssträngen, den einfachen Belüftungslöchern an der Oberseite des Gehäuses und 80 PLUS Bronze zählt das Raider 450 W zur unscheinbaren Mittelklasse unter den Markennetzteilen. Wir haben ein Vorabmuster erhalten, das weder über eine Retailverpackung noch Schrauben und Kaltgerätekabel verfügt. Das wird sich bei den bereits marktfähigen Modellen allerdings noch ändern. Ein laut Hersteller besonderes Merkmal ist das "SATA Array Cable". Hier werden die SATA-Stecker mit je 5 cm Abstand an einem Strang installiert, da mehrere SATA-Festplatten meist direkt untereinander in den Laufwerksschächten montiert werden.

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Wie das Etikett zeigt, kann +12 V am stärksten belastet werden. 432 W entsprechen sogar fast der Gesamtleistung. +3,3 V und +5 V werden mit 24 A bzw. 15 A angegeben und können zusammen 120 W leisten. Wie die Identifikationsnummer E190414 zeigt, ist FSP selbst der Hersteller der Produkte, was nicht verwundert, da sie einer der größten Produzenten von Schaltnetzteilen sind und Kunden wie be quiet!, Sharkoon und OCZ beliefern.

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MainCPUPCIePeripherie
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1x 24-pin (ca. 50 cm)1x 4+4-pin (ca. 60 cm)1x 6/8-pin (ca. 50 cm)4x SATA (ca. 55, 60, 65, 70 cm)
--1x 6/8-pin (ca. 50 cm)1x SATA, 3x HDD, 1x FDD (ca. 55, 70, 85, 100, 115 cm)
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Mit einem 60 cm langen Strang für den 4+4-pin-Mainboardanschluss, den beiden 6/8-pin-PCIe-Steckern und fünf SATA-Anschlüssen ist das Modell gut ausgestattet. Ob die Aufteilung der SATA-Stecker mit kurzen Abständen sinnvoll ist, hängt vom System ab und sollte individuell beurteilt werden. Indiskutabel ist dagegen die geringe Anzahl an HDD-Anschlüssen, zumal alle drei Stecker an einem einzigen Strang befestigt wurden. Weiterhin ist der Sleeve sehr einfach und nicht blickdicht, zumal nicht alle Stränge damit versehen wurden. Sehr erfreulich sind die insgesamt sehr großzügig bemessenen Leitungsstränge mit den Peripherie-Steckern.

[break=Elektronik, Lüfter und Messungen]
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Die Elektronik des Netzteils teilt viele Gemeinsamkeiten mit dem Design der Aurum-Serie. Die EMI-Filterung ist bis auf die Gegentaktdrossel mit einem neuen Kern absolut identisch. Ähnliches gilt für die Ausgangsseite. Hier kommt nach wie vor eine Synchrongleichrichtung zum Einsatz, die dank passender Transistoren kaum Verlustleistung umsetzt. Ansonsten erinnert der Aufbau hier sehr stark an die üblichen 80-PLUS-Netzteile. Es ist allerdings hinzuzufügen, dass +3,3 V nicht über eine Sättigungsdrossel geregelt wird. Über die Transistoren selbst werden die Pulse eingestellt, damit die gewünschte Spannung anliegt. Ein wesentlicher Unterschied ist der neue Regelkreis. Zwar haben sich die hauseigenen ICs nicht geändert, doch wurde einer von diesen nun auf eine zusätzliche Platine versetzt und auch die externe Beschaltung zeigt einige Veränderungen. FSP setzt hier durchgehend auf Elkos von Teapo, was sehr häufig der Fall ist. Erneut ist die aktive Klemmung ein Grund für den hohen Wirkungsgrad. Das liegt besonders am Nullspannungsschalten (ZVS). Hier wird die parasitäre Kapazität an der Drain-Source-Strecke des Transistors im Wandler kurz vor dem Einschalten komplett entladen, wodurch keine Spannung mehr anliegt. Dementsprechend wird abseits des geringen Widerstands auf der Strecke auch keine Verlustleistung umgesetzt. Leider wurde der Protechnic-Lüfter mit 120 mm Durchmesser gegen ein eher billiges Modell von Yate-Loon eingetauscht, was wohl dem moderaten Preis geschuldet ist. In den USA wurde ein UVP von 55 USD angesetzt.

<center>
Belastung*Lautstärke+3,3 V (ripple & noise)+5 V (ripple & noise)+12 V (ripple & noise)Wirkungsgrad/PFC&Delta;&thetasym; **
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
5 %19 dBA3,28V (7mV)5,03V (6mV)12,01V (3mV)79,49 % / 0,8271,5 °C
10 %19 dBA3,27V (9mV)5,07V (8mV)11,97V (6mV)85,36 % / 0,8902,5 °C
20 %19 dBA3,26V (12mV)5,07V (16mV)11,93V (13mV)89,07 % / 0,8814,8 °C
50 %24 dBA3,22V (14mV)5,05V (18mV)11,87V (28mV)90,54 % / 0,9415,2 °C
80 %26 dBA3,19V (15mV)4,99V (17mV)11,91V (30mV) 88,93 % / 0,9677,9 °C
100 %28 dBA3,18V (14mV)4,97V (20mV)11,92V (33mV)88,21 %/ 0,9798,8 °C
110 %28 dBA3,17V (19mV)4,95V (22mV)11,91V (32mV)87,57 % / 0,9849,2 °C
Crossload 1-+0.91 %+3.20 %-4.25 %--
Crossload 2--2.42 %-4.80 %+3.25 %--
</center>
  • * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A.
  • ** &Delta;&thetasym; entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Messwerten an den Entlüftungslöchern und der zum Testzeitpunkt gemessenen Raumtemperatur (23,4 °C), angegeben in °C.

Mit bis zu ~90,50 % erreicht das PC-Netzteil einen sehr hohen Wirkungsgrad. Bei 115 VAC würde das Modell auf 80-PLUS-Silver-Niveau liegen, womit 80 PLUS Bronze eigentlich untertrieben ist. Wir vermuten, dass FSP auch einige Toleranzen eingerechnet hat und selbst mit kleinen Abweichungen bei der Herstellung die Konditionen der Auszeichnung erfüllen will. Wenn das bei EPRI eingesendete Modell auch nur 0,01 % unter den Anforderungen liegt, wird außerdem das schlechtere Zertifikat vergeben. Trotz dieser sehr pragmatischen Gründe ist es durchaus beeindruckend, wie eindeutig das Netzteil die Erwartungen übertrifft. Leider hat das Modell auch das schlechte Crossload-Verhalten geerbt. Die Sekundärseite des Netzteils ist eben doch eher durchschnittlich. Bei gleichmäßigerer Belastung ist die Spannungsregulation deutlich besser. +12 V wird auch bei dem geringen Spannungsabfall unter Last noch auf 11,92 V angehoben. Auch die Restwelligkeit befindet sich eindeutig innerhalb der Spezifikation. Weniger erfreulich ist der hörbare Lüfter mit Lagergeräuschen, auch wenn die Drehzahl im Vergleich zu den Aurum-Geräten wohl deutlich moderater ist.

[break=Beurteilung]
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Das FSP Raider mit 450 W ist ein extrem effizientes Netzteil, dass dank der Aurum-Platine deutlich über dem erforderlichen Niveau für 80 PLUS Bronze liegt - auch bei 115 VAC. Damit konnte FSP die Erwartungen übertreffen und eine voraussichtlich noch günstigere Alternative zu den Aurum-Modellen schaffen. Allerdings lebt der Preis auch von dem billigen Lüfter und den etwas günstigeren Elkos. Zumindest ersterer wird nach dem Kauf auch auffallen, wobei das Rauschen durch die Umdrehungen des Lüfters sogar etwas zurückgegangen ist. Subjektiv wirkt das Lagerschleifen aber sehr dominant. Maximal 28 dB(A) wurden in unserer Testumgebung mit einer Grundlautstärke von 16 dB(A) erreicht. Damit liegt das Modell objektiv im Durchschnitt der 400-500-W-Netzteile. Zufriedenstellend sind die moderate Restwelligkeit und die gute Spannungsregulation, auch wenn das Crossload-Verhalten nach wie vor nicht gut ist. Mit sechs SATA-Anschlüssen und den beiden PCIe-Steckern ist die Steckerkonfiguration modern, auch wenn einige den vierten HDD-Anschluss vermissen werden. Es bleibt abzuwarten, bis die beiden größeren Versionen in den deutschen Handel gelangen, um die Serie abschließend beurteilen zu können. Bis dahin bleibt das Raider 450 W ein potenziell sehr effizientes Netzteil mit einigen durchschnittlichen Eigenschaften. Wirkliche Mängel konnten wir keine finden, weshalb das Modell in der Mittelklasse sicherlich glänzen wird. Mehr möchte FSP mit diesem Produkt auch nicht erreichen.

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