Weshalb so viel Spielraum bei der Kernspannung?

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Nero24

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Nachdem es nun langsam etwas ruhiger wird und ich nicht mehr einen Beitrag nach dem anderen lesen und freischalten muss, hab ich auch noch eine Frage.

Ich habe hier einen Intel Core i7 für BOINC laufen; ganz einfach, weil viele der Clients für BOINC-Projekte auf Intel optimiert sind und ich nicht kostbare Rechenzeit und Strom verschwenden will, wenn's dann nicht richtig vorwärts geht.

Nun habe ich mir einen Core i7 920 für BOINC geholt, der by Default mit irgendwas um 1,250 V betrieben wird. Wenn der Turbomode aktiviert ist, geht der noch ein wenig höher und ist selbst mit einem Scythe Mugen nur noch schwer zu kühlen, wenn man auf Silent Wert legt *suspect*

Nun habe ich natürlich viel optimiert und bin dahinter gekommen, dass mein Exemplar selbst mit 0,960 VCoreA Spannung :o auch mit Turbomode noch rocksolid läuft, selbst Wochen am Stück mit Dauervollast ohne einen Aussetzer wegsteckt.

Da frage ich mich natürlich im Sinne des Stromverbrauchs, wieso Intel hier derart viel Sicherheit draufschlägt. Die Leistungsaufnahme könnte beinahe gedrittelt werden, wenn man sich näher ans Limit des jeweiligen Exemplars heranwagen würde. Ist das zu teuer bei der Validierung oder welche Gründe hat das?
 

Opteron

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Ist das zu teuer bei der Validierung oder welche Gründe hat das?
Das wirds wohl sein. Solange keine mobile oder "s" CPUs aussortiert werden, kann man soviel Glück haben ;-)
Solange es sowas aber nicht gibt, rentiert es sich für Intel nicht, extra zu überprüfen, ob die CPU auch noch bei x Volt läuft.

ciao

Alex
 

DerrickDeluXe

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Ist es denn nicht möglich, ein Verfahren zu entwickeln, das die Minimalspannung jeder CPU individuell austestet?

Somit würde man eine Menge Strom sparen und ich wage mal zu behaupten dass 80 - 90% der Prozessoren locker 0,1 - 0,2 V weniger zum stabilen Betrieb benötigen, als sie tatsächlich bekommen.

Mein Q6600 läuft bei 2,4 GHz (also Standardtakt) z.B. auch mit 1,0 Volt.


Gruß, Derrick
 

Undergroundking

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geht wohl einfach um sichere stabilität und das vermeiden von negativer presse. ist bei amd doch genauso.
 

Christian Anderka

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Alles durchaus nachvollziehbare Überlegungen. Aber diese Erfahrungen beziehen sich immer auf ein einzelnes System. Für den Systemadmin von vielen Systemen ist es wohl ein kaum vertretbarer Aufwand herauszufinden welche Spannung die CPU gerade noch am Leben hält um dann fest zu stellen, dass es bei einer bestimmten Aktion dann doch nicht reicht.
Unsere Tests und die dann gewählten Spezifikationen müssen einen recht weiten Bereich abdecken und sollen bei unterschielichen Anwendungen und unterschiedlichen Temperaturen fehlerfrei laufen.

Letztlich ist den meisten Kunden ein stabiles System doch wichtiger, als das Stromsparpotential durch abgesenkte Spezifikationen.

Zukünftig ist wohl eher mit intelligenteren Spannungswandlern zu rechnen, die die CPU-Betriebsspannung noch dynamischer einstellen. Das verspricht die von Intel-Systemen erwartete Stabilität und senkt gleichzeitig den Strombedarf.

Viele Grüße,

Christian
 

schiggung

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hallo erstmal, dazu hät ich dann auch mal ne frage, wäre es nicht vielleicht möglich mit ein paar transistoren eine schaltung zu kreieren die genau überprüft wie viel spannung man wirklich benötigt egal in welchem lastzustand sich der rechner gerade befindet und wie gesund wäre das dann für den prozessor in hinblick auf die stätigen spannungsänderungen?

PS: will mal danke im voraus sagen für die beantwortung und schön das ihr alle hier seit und euch unseren fragen stellt, so ne gelegenheit hat man ja als ottonormalo nicht oft :-)
 
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Christian Anderka

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Hallo Schiggung,

so eine Schaltung haben wir schon mal auf dem Intel Developer Forum vorgestellt - braucht aber mehr als "ein paar Transistoren". Damit würde der CPU-Spannungswandler defacto in die CPU integriert werden.
Die ständigen Spannungsänderungen sind kein Problem solange sie innerhalb der erwarteten Bereiche liegen.

Ob und wann so was kommen könnte steht aber noch nicht fest.

Tatsächlich wird in CPUs aus der Nehalem Generation schon heute sehr viel "Rechenpower" für das Power-Management verwendet - in etwa die Transistorzahl, die ehemals ein 486er hatte (etwas mehr als eine Million Transistoren).
 

schiggung

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das mit den paar transistoren war einfach mal eine schätzung meinerseits

um wie viel watt würde dies denn dann die cpu mehr erhitzen bzw. um wie viel effizienter wäre dies denn dafür im gegenzug?

macht es dann nicht sogar sind die cpu eventuell mit dem mainboard festzuverdrahten um den widerstand zu verringern und noch ein wenig effizienter zusein das weniger abwärme entsteht?

wie sieht es denn aus mit einer art KERS-System für cpus das die abwärme irgendwie nutzt? kann man da nicht nochwas machen?
 
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Christian Anderka

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Das Einspar-Potential hängt von der Implementierung ab.
Der Stromverbrauch der Schaltung würde sehr wohl in einem guten Verhältnis zum Einsparpotential stehen.
Die Sockeltechniken stehen was den Übergangswiderstand anbelangt den Auflöttechniken kaum nach.

Die CPU-Abwärme zu nutzen erfordert die Einbeziehung des Gesamtsystems. So etwas liegt eher im Entscheidungsbereich eines Systemherstellers als des CPU-Herstellers.
 

Christian Anderka

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Das mit den Formfaktoren ist leider nicht ganz einfach und Intel muss das Wissen, da wir schon mal einen technisch recht überzeugenden Formfaktor entwickelt hatten, der dann aber im Markt nicht akzeptiert wurde.

Die CPU-Abwärme zu nutzen ist aktuell zu sehr Nischenanwendung als dass eine breite Akzeptanz für einen dafür optimierten Formfaktor zu erwarten wäre.
 
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