Mein Einstieg in 10GbE LAN mit SFP+

Hammerhead Shark

Commander
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Inspiriert von erattes Erfahrungsbericht über seinen Einstieg in das 2,5 GbE LAN teile ich hier meine Erfahrungen mit 10GbE, und warum ich mich für SFP+ entschieden habe.


Nachdem ich meinen neuen Heimserver endlich Fertiggestellt hatte, sollte auch das alte 1G Netzwerk aufgerüstet werden, damit der neue Speicherplatz auch effektiv ausgenutzt werden kann. Trotz des hohen Einstiegpreises reizte es mich, zumindest Hauptrechner und Server über eine 10Gb Leitung zu verbinden.

Nach etwas Recherche und der Suche nach der passenden Hardware habe ich mich für SFP+ für die Realisierung der 10G Verbindung entschieden.
Der Anschaffungspreis für Netzwerkkarten und Switches gegenüber RJ45 ist bei 10G auf ähnlichem Niveau, häufig sogar etwas günstiger.
Der große Vorteil von SFP ist der sehr geringe Stromverbrauch bei Verwendung von passiven DAC (Direct Attached Copper) Kabeln.
Während RJ45 bei 10G bis zu 3 Watt pro Port ziehen kann (also bis zu 6 Watt pro Verbindung 😲), sollen es bei passiven DAC Kabeln nur um die 0,2 W sein.
Zudem erlaubt SFP+ verschiedene Transceiver zu nutzen, z.B. für optische Kabel. Wobei die Kosten pro Transceiver ja nach Art nicht zu unterschätzen sind und schonmal an die 60€ oder mehr betragen können.
Auch SFP+ zu RJ45 ist möglich, wobei dann allerdings wieder der hohe Stromverbrauch ins Spiel kommt.

DAC Kabel kosten mit 12 bis 16 € für 2m (Länge immer inklusive Transceiver) ungefähr das doppelte von CAT8 Kabeln gleicher Länge, aber bei den Kosten der restlichen Hardware fallen sie auch nicht groß ins Gewicht.
Auch sind sie nicht so robust wie RJ45 Kabel.



Switch:
Beim Switch habe ich mich für den QNAP QSW-2100 entschieden.
Mit 2x 10G SFP+ und 4x 2.5G Ethernet Ports liefert er eine gute und zukunftssichere Anschlussvielfalt, sowie die von mir momentan benötigten 6 Ports.
Zudem gehört er zu den günstigsten Switches mit SFP+ und 2.5G Ports.

Test:

Alternativen wären:
MikroTik Cloud Smart Switch CSS610
  • 2 SFP+ 10G
  • 8 RJ45 1G
  • managed !

ZyXEL XGS1010
  • 2 SFP+ 10g
  • 2 RJ45 2.5G
  • 8 RJ45 1G
  • Test:
  • Managed Variante: XGS1250

Netzwerkkarte:
Als Netzwerkkarten habe ich die Inter-Tech Argus ST-7211 genommen.
Mit ca 55 € ist sie deutlich günstiger als andere 10G PCIe Karten.
Die Karte hat eine PCIe2 x8 Anschluss, wird aber in den beiden Rechnern jeweils in den unteren x4 Slots betrieben.
PCIe2 x4 sind aber immer noch ca 2GB/s an Roh-Bandbreite, was vollkommen ausreichen sollte (außer eventuell für Vollduplex mit max Geschwindigkeit).

Kabel:
2x SFP+ passive DAC Kabel (je 2m)


Geschwindigkeits Test (PC <-> Server):

Lesen: Wenn ich auf Daten die auf der SSD liegen zugreife, schaffe ich konstante 1,07 GB/s. Beim Raid 1 sind es 180 bis 210 MB/s.
Schreiben: Beim schreiben über das Netzwerk auf die SSD sind es zwischen 600 und 750 MB/s. Beim Schreiben auf das Festplatten Raid sind über einen gewissen Zeitraum über 600 MB/s möglich, bevor er sich bei ca 150 MB/s einpendelt. Vermutlich kommt hier der Schreibcache der Festplatten zum Tragen. Für caching im RAM zu langsam und ich habe auch noch keinen SSD Cache eingerichtet.

getestet wurde mit einer ca. 20GB großen mkv Datei.

SFP+_10G_speed.jpg

Ich werde die Tage eventuell mal noch ein paar Benchmark Tools laufen lassen und die Ergebnisse dann hier präsentieren.

Fürs Erste bin ich jedenfalls sehr zufrieden mit der Leistung
 
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