Silver Power SP-SS650 650W

soulpain

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Silver Power steht für eine günstige Marke der Maxpoint Administration, die zuweilen Seasonic Technik aufgreifen, um diese stark im Preis reduziert offerieren zu können. Wir haben das SS650 bereits für die PCGH Ausgabe 09/09 getestet, präsentieren nun aber auch hier die Testergebnisse im üblichen Umfang. Welches Design hinter dem 650W starken Netzteil steckt und wie es sich behaupten kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Wir wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen des Testberichts!

[break=Eigenschaften und Verpackung]
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Angeliefert wird das Netzteil in einem schwarzen Karton, dass mit dem 80Plus Bronze Logo wirbt. Neue Effizienzspitzen dürfen wir damit wohl nicht erwarten. Immerhin zeigt die Verpackung mit dem Vermerk "green power", dass hier vor allem umweltfreundliche Maßnahmen im Vordergrund stehen. Der Gorilla repräsentiert Robustheit und das hohe Leistungsspektrum und war daher auch der Namensgeber der Serie, dessen Abbild auch das Lüftergitter ziert. Beim Lüfter handelt es sich um ein klassisches 120 mm ADDA Modell, wie es oft von Seasonic verwendet wird. Die Garantie beträgt anbei 2 Jahre.

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Der Lieferumfang fällt etwas spartanischer aus, da neben dem Kaltgerätekabel lediglich die vier Befestigungsschrauben und ein eher mageres, da dünnes Handbuch beigelegt wurden. Sonstige Extras sind nicht enthalten, außer einem größeren Kabelbinder.

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Das Netzteil selbst wurde schwarz verpulvert und trägt ein silbernes Lüftergitter in der Mitte. Wie so oft sind die Entlüftungslöcher wabenförmig. Die Bautiefe ist mit 14 cm erfreulich gering, sodass dieses starke Netzteil in diversen Systemen sicherlich seinen Platz findet. Ansonsten ist wie üblich ein An/Aus Schalter und der AC Inlet montiert worden.

[break=Anschlüsse und Leistung]
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Die Leitungen sind mit maximal effektiven 65cm etwas kurz, dafür fällt die Länge der PCIe Stecker mit bis zu 55cm sehr gut aus und auch die Hauptleitungen sind immerhin 50cm lang. Mit sechs SATA und zahlreichen PATA Anschlüssen als auch einem 6-pin und 6/8-pin PEG Stecker ist das Silver Power Modell gut ausgestattet. Wobei vier Grafikanschlüsse sicherlich vorbildlich gewesen wären, da die Konkurrenz entsprechendes zu bieten hat. Zudem ist die Ummantelung der Leitungen eher billig.

Das Netzteil verfügt über vier +12V Leitungen mit je 18A maximaler Belastbarkeit und 624W kombinierter Leistung, was fast der gesamten Leistungsfähigkeit entspricht. +3,3V ist mit 24A, +5V mit 30A dimensioniert. Beide zusammen leisten bis zu 170W und insgesamt liefert der Stromversorger 650W, was für die meisten Systeme ausreichend ist.

[break=Elektronik]
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Das Netzteil entspricht in seiner Topologie dem S12 Energy Plus von Seasonic, was sicherlich eine ältere Basis ist, doch auch eine schlechte? Nun, das werden wir nun im Detail begutachten und bei den Messwerten überprüfen. Bei diesem Layout wurden zwei große Kühlkörper verbaut, deren Enden zur Seite hin gebogen wurden, um die Kühlfläche zu erhöhen. Weiterhin setzt dieses Layout bereits auf die Double-Forward Topologie. Die Technik wurde auf einer hochwertigen Epoxidharzplatine aufgebracht und enthält eine adäquate Filterung. Diese besteht aus zwei Y-Kondensatoren sowie einem X-Kondensator und Spule auf dem zusätzlichen PCB hinter dem Eingang, was sich mit zwei weiteren Spulen, einem X-Kondensator und einem Y-Kondensatoren-Paar auf der Hauptplatine fortsetzt. Zudem wurde der MOV und natürlich die Schmelzsicherung realisiert. Hinter der Gleichrichterbrücke befindet sich ein weiterer, lackgetränkter X-Kondensator.

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Der Primärkondensator wurde hier in den zentralen Bereich verlegt und liegt somit direkt neben dem Haupttransformator. Bei ersterem handelt es sich um ein hochwertiges Nippon-Chemicon Modell mit 105°C und 470 Mikro Farad und der Serienbezeichnung KMQ.

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Sekundärseitig sehen wir ausreichend platzierte Schrumpfschläuche und weiteres Isoliermaterial gegen ungewollte Kontakte. Gleich drei Spulen filtern hier die Spannungen, die größte davon ist gängigerweise für +12V reserviert. Dabei kommen durchweg Nippon-Chemicon Glättungskondensatoren zum Einsatz, die einen sehr wertigen Gesamteindruck hinterlassen, auch wenn sich hier viele Leistungsstränge einen engen Raum teilen müssen.

[break=Messergebnisse]
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Der Leistungsfaktor beginnt bei 10% Last mit etwa 0,87, was sehr zufrieden stellend ist. Bei höherer Last kann er 0,98 erreichen und bei leichter Überlastung sind es bereits fast 0,99, wohl gemerkt bei 230VAC. Aufgrund der älteren Basis muss man sich jedoch mit einer Mittelklasseeffizienz zufrieden geben. Etwas mehr als 86% werden in der Spitze erreicht und auch bei höchster Beanspruchung liegen die Werte noch über 80%.

Wie wir es vom S12 gewohnt ist, agieren die kleinen Schienen etwas schwächer als +12V. Während +5V mit 2% unter dem Sollwert noch gut abschneidet, fällt +3,3V um etwa 3,6% unter das Optimum. Dabei ist die Regulation bei +12V nahezu perfekt, da 11,92V das untere Limit bilden bei der schwächsten Schiene. Ein Ergebnis, dass sich aufgrund des Alters durchaus sehen lassen kann.

[break=Fazit]
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Das SS650 lässt die Redaktion etwas in der Vergangenheit schwelgen. Kaum ein Layout ist uns vertrauter seit diversen Seasonic oder auch PC Power & Cooling Tests. Und die Tatsache, dass die Basis eine ältere ist, täuscht nicht darüber hinweg, dass es auch heute noch robust gebaut ist und das bietet, was aktuelle Netzteile im Prinzip auch können.

Nur bei der Effizienz merkt man dem starken Konstrukt das Alter an, da ca. 86% nicht mehr zur Spitzenplatzierung reichen. Dafür ist der Leistungsfaktor absolut überzeugend und erreicht nahezu 0,99 als Maximalwert. +3,3V ist sehr mäßig reguliert, dafür können +5V und vor allem +12V überzeugen. Im Zweifel kann man sich folglich auf diesen Stromversorger verlassen. Dennoch hätte man besser daran arbeiten können, die kleinen Spannungen zu optimieren.

Auf Seiten der Elektronik haben wir Nippon-Chemicon Kondensatoren, wie sie auch heute noch verwendet werden und eine wertige Epoxidharzplatine. Die Eingangsfilterung ist äußerst üppig und die Verarbeitung angemessen, wobei sich das Gedränge sekundärseitig optisch doch etwas bemerkbar macht. Viele Isoliermaterialien, große Kühlkörper und eine geringe Bautiefe von 14 cm runden das Produkt ab.

Etwas mager fällt hingegen die Ausstattung aus, da die Peripherieleitungen etwas kurz sind und vier PCIe Stecker eine sinnvolle Ergänzung wären. Das hätte sich allerdings auch preislich bemerkbar gemacht und in der aktuellen Ausführung kostet das Silver Power nur um die 80€. Für andere Markenware werden da schon mal mehr fällig, wobei man berücksichtigen sollte, dass ein aktuelles Controlling mit DC-DC einiges kostet. Faktisch vermissen wir "neue" Techniken aber nicht, denn das Netzteil beweist sehr gut, dass die S12 qualitativ ihrer Zeit voraus waren und heute mit modernen Probanden mithalten können. Somit ist das SS650 sehr ausgewogen und leidet nicht unter Kinderkrankheiten.

Insgesamt haben wir ein starkes und fähiges Netzteil, welches sehr viel auf die innere Struktur wert legt und zu einem günstigen Preis verfügbar ist. Dafür muss man auf einen umfangreichen Lieferumfang oder lange Garantiezeiten verzichten.

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