SkyOS 5.0 Beta 11 - ein Kurztest -

TiKu

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Jeder kennt Windows, viele kennen Linux und MacOS X, ein paar kennen auch noch BSD, Solaris und BeOS bzw. Zeta. Doch wer glaubt, damit sei die Liste der Betriebssysteme erschöpft, liegt falsch. Es gibt unzählige weitere Systeme, darunter kommerzielle wie AmigaOS, Nachbauten bekannter Systeme wie ReactOS und unzählige Kreationen, die in der Freizeit von Hobbyprogrammierern entstanden, aber in den seltensten Fällen ein Stadium erreichten, in dem sie auch nur ansatzweise alltagstauglich gewesen wären. SkyOS begann als ein solches Hobby-Projekt. 1996 wurde es von dem Österreicher Robert Szeleney als simpler Bootloader konzipiert und von ihm in den folgenden sieben Jahren zu einem beeindruckenden modernen Betriebssystem ausgebaut.

Seit 2003 wird an SkyOS 5.0 gearbeitet - allerdings nicht mehr allein. Das System wurde von Grund auf neu geschrieben und wird inzwischen kommerziell vermarktet. Leider gilt letzteres sogar für die Beta-Versionen: 30$ kostet die Aufnahme ins Betaprogramm. Freundlicherweise hat uns aber Robert Szeleney für diesen Kurztest kostenlos die aktuelle Beta 11 (Build 6179) von SkyOS 5.0 zukommen lassen. Im Folgenden werden wir euch anhand dieser Version SkyOS etwas näher bringen.

[break=Installation]
SkyOS gibt es derzeit nur in einer 32 Bit CD-Version. Nach dem Booten von CD erscheint zunächst der Bootmanager GRUB. Neben dem normalen Starten der Installation bietet er auch noch eine Installation im Safe-Mode, eine Installation mit Debug-Ausgaben auf den COM1-Port und das Booten eines bereits installierten Systems an. Wir entscheiden uns für eine normale Installation.


Der erste Installationsschritt besteht aus dem Booten des Kernels und dem Starten des grafischen Installationsprogramms. Anschließend wird man aufgefordert, die Sprache und das Tastaturlayout zu wählen. Allerdings fällt die Beta 11 im Verlauf der Installation wieder auf die Standardeinstellungen zurück.


Es folgen die Anzeige der Release Notes und das Bestätigen der Lizenzbestimmungen.

[break=Installation - Fortsetzung]
Im fünften Installationsschritt hat man drei Möglichkeiten:
  1. Neuinstallation von SkyOS
  2. Starten der Live-CD (derzeit noch deaktiviert)
  3. Start der Debugkonsole um eine vorhandene Installation zu reparieren
Wir wählen die Neuinstallation und werden daraufhin zur Wahl einer Partition aufgefordert, in die SkyOS installiert werden soll. Auf der Partition müssen dabei mindestens 1500 MByte frei sein.

Natürlich kann man in diesem Schritt auch neue Partitionen anlegen. SkyOS liefert dazu ein entsprechendes Tool, den Diskmanager, mit. Von der Warnung, dass der Diskmanager noch fehlerhaft sei und zur Zerstörung der Partitionstabelle neige und man doch lieber ein anderes Tool nehmen solle, lassen wir uns nicht abschrecken und erstellen eine SkyFS-Partition über die gesamte Festplatte. SkyFS ist das hauseigene Dateisystem von SkyOS. Es basiert auf dem von Haiku verwendeten OpenBFS, welches ein Nachbau des Dateisystems von BeOS, des Be File System ist.

Wie alle modernen Dateisysteme bietet auch SkyFS Journaling. Die maximale Größe eines Laufwerks beträgt 64 Zettabyte (= 64 Mrd TByte), die maximale Dateinamenlänge 255 Zeichen. Neben SkyFS kann der Diskmanager auch Partitionen in FAT, NTFS, HPFS und ext2 erstellen. SkyOS selbst beherrscht allerdings neben SkyFS nur BFS und FAT.


Nach dem Partitionieren muss man das System neu booten und sich noch einmal durch die Installation klicken. Hier besteht also noch Potential für Verbesserungen. Als nächstes stehen die Eingabe des Lizenzschlüssels und die Auswahl der zu installierenden Pakete auf dem Programm. Die Pakete werden in einer einfachen Liste angezeigt und sind standardmäßig alle zur Installation markiert. Wir entscheiden uns dann auch für eine Komplettinstallation und starten den Kopiervorgang. Dieser dauert um einiges länger als bei Windows XP, obwohl Windows erheblich größer ist. Der Grund ist bei der fehlenden DMA-Unterstützung zu suchen.

Dem Kopiervorgang folgt die Installation des Bootloaders. Dieser wird standardmäßig in den Master Boot Record geschrieben, man kann ihn aber auch auf einer Partition ablegen. Beim abschließenden Neustart fällt auf, dass SkyOS das zuvor installierte Windows XP nicht mit in den Bootloader integriert hat. Ein Parallelbetrieb beider Systeme ist somit ohne weiteres nicht möglich. In Zukunft soll sich das aber ändern.

[break=In Betrieb]
Während der Installation wurden automatisch zwei Benutzer mit Administratorrechten eingerichtet: "admin" und "test". Keines der Konten ist passwortgeschützt. Wir melden uns als "admin" an und werden mit einem Startton begrüßt. Die Soundkarte, eine Creative Audigy Platinum, wurde offenbar erkannt. Allerdings ist die Tonqualität eher dürftig, vermutlich befindet sich der Treiber noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase.

SkyOS präsentiert sich mit einer Taskleiste, welche mittig am oberen Bildschirmrand platziert ist. Ein Klick auf das SkyOS-Logo öffnet ein Menü, über das man Programme starten, Dateien suchen und das System herunterfahren kann. Auch die Hilfe lässt sich darüber öffnen. Rechts neben dem SkyOS-Logo werden Datum und Uhrzeit und auf Wunsch auch aktuelle Wetterinformationen angezeigt. Systemnachrichten werden unten links eingeblendet.


Beim ersten Start werden dem Nutzer nützliche Tipps und Tricks angezeigt. So erfahren wir, dass man die Transparenz eines Fensters steuern kann, indem man die Maus über dem Fenster platziert, Strg+Alt drückt und das Mausrad bewegt.

Neben den Tipps und Tricks meldet sich der Indexdienst und fordert uns auf, die Festplatte indexieren zu lassen, um Suchvorgänge zu beschleunigen. Während er seiner Arbeit nachgeht, werfen wir einen Blick auf den System-Manager, das zentrale Konfigurationstool von SkyOS. Dieses Tool basiert auf Plugins und lässt sich so leicht erweitern. In einer Liste werden links die erkannten Plugins angezeigt, während die jeweils dazugehörige Oberfläche rechts eingeblendet wird. Auch wenn die Anordnung der Plugins sicher noch nicht perfekt ist (bspw. ist der eher unwichtige Punkt "About" der oberste in der Liste), macht der System-Manager einen guten Eindruck.


Sehr interessant ist der Punkt "Gestures". Hier kann man Mausgesten definieren und verschiedene Aktionen wie das Starten eines Programms mit ihnen verknüpfen. Im Test funktionierte das sehr gut. Man vollführt einfach über einem bestimmten Feld mit der Maus die Geste, wählt die durchzuführende Aktion und gibt der Geste einen Namen. Um später die Aktion auszuführen, hält man die mittlere Maustaste gedrückt und vollführt die Geste. In der Grundeinstellungen sind bereits einige nützliche Mausgesten vordefiniert, bspw. zum Maximieren oder Minimieren des aktiven Fensters.

[break=Hardware- und Softwareunterstützung]

Eine der interessantesten Fragen bei einem neuen Betriebssystem ist sicherlich die nach der Hardwareunterstützung. Ein Klick auf das Hardware-Plugin zeigt, dass es da bei SkyOS eher durchwachsen aussieht. So wurden zwar die Grafikkarte (Geforce FX 5200) und die Soundkarte (Creative Audigy Platinum) erkannt, dafür ist die USB-Unterstützung mangelhaft. Die USB-Maus funktioniert zwar bis auf das Mausrad, aber sämtliche anderen USB-Geräte verweigern den Dienst. Auf www.skyos.org wird jedoch inzwischen von großen Verbesserungen bei der Unterstützung von USB berichtet. So sollen von den aktuellsten internen Revisionen per USB angeschlossene Eingabegeräte, Speichermedien und Kartenleser erkannt werden. Der SATA-Controller (Silicon Image SiI3112) lässt sich ebenfalls nicht nutzen, während der DVD-Brenner zwar erkannt wurde, mangels einer Brennsoftware für SkyOS aber nicht als solcher genutzt werden kann. Die Unterstützung für Drucker wird mit der nächsten Beta kommen, Scanner werden dagegen noch nicht unterstützt.

Auf der Softwareseite sieht es ähnlich aus. Mitgeliefert werden u. a.:
  • Mozilla Firefox 1.0
  • Mozilla Thunderbird 1.0
  • SkyVNC (ein Fernwartungstool)
  • ein einfacher Media-Player mit wmv-Codec
  • ein einfacher Packer, welcher allerdings nur das SkyOS-spezifische Format pkg beherrscht
  • Quake 1 und 2
  • Blender (eine 3D-Modelling-Software)
  • NVU
  • Mono 1.1.13.8 (ein Nachbau des Microsoft .NET-Frameworks)
  • Gnu Compiler Collection (GCC)

Dank des problemlos erkannten Netzwerkadapters von Realtek konnten wir uns Firefox etwas näher ansehen. Es gibt noch einige Probleme, z. B. ist die Schrift teilweise schlecht lesbar und nicht alle Optionen werden korrekt umgesetzt, aber grundsätzlich steht dem Surfvergnügen nichts im Weg. Über die (nicht mitgelieferte) Firefox-Extension ChatZilla kann man außerdem bequem im IRC-Netz chatten. Das Senden und Empfangen von eMails mittels Mozilla Thunderbird klappt problemlos.


Der Media Player "MediaCenter" ist zwar schlicht gehalten, erfüllt aber seinen Zweck. Neben MP3, AVI und MPG spielt er auch WMV-Dateien ab. Die gemeinsame Medienbibliothek für Videos, Musik und Bilder ist ein separates, optisch ansprechendes Programm, welches allerdings ziemlich absturzfreudig und wohl auch noch nicht fertiggestellt ist.

Quake 1 und 2 lassen sich leider nicht starten, jedoch hat zumindest Quake 1 im vorherigen Build 6137 noch funktioniert und ließ sich in akzeptabler Geschwindigkeit spielen.

Leider fehlt ein PDF-Viewer ebenso wie eine Office-Suite. Immerhin soll es den Entwicklern inzwischen gelungen sein, die Textverarbeitung Abiword zu portieren, sodass eine leichte Besserung in Sicht ist.

[break=Installation weiterer Programme]
Natürlich kann man auch unter SkyOS neue Programme installieren. Am komfortabelsten geht das über den Software Store. Dieses Tool listet alle auf einem zentralen Server verfügbaren aktualisierten bzw. neuen Programmpakete auf; die Installation eines Pakets erfordert nicht mehr als wenige Mausklicks.


Eine Alternative zum Software Store stellt das Kommandozeilenprogramm factory dar. Auch mit diesem Tool gestaltet sich die Softwareinstallation einfach. Liegt ein Programm nur im Quellcode vor, kann es von factory automatisch kompiliert werden.

[break=Systemvoraussetzungen / Fazit]

Systemvoraussetzungen
  • Prozessor: x86 mit mindestens 500 MHz
  • mindestens 256 MB RAM
  • mindestens 1,5 GB Festplattenspeicher
  • bootfähiges CD-Rom-Laufwerk
  • Grafikkarte: NVIDIA Geforce, ATI Radeon, Intel i8xx (ältere Generationen werden jeweils besser unterstützt)
Wir haben bei unserem Test einen AMD Athlon XP 2500+ mit 1 GB RAM, 13 GB Festplattenspeicher und einer NVIDIA Geforce FX 5200 verwendet. Aufgrund der fehlenden DMA-Unterstützung war die Performance mit diesem System eher schlecht.

Fazit

Für ein Betriebssystem, welches gerade den Schritt vom Hobbyprojekt zum kommerziellen Produkt vollzieht, macht SkyOS insgesamt einen guten Eindruck. Zwar ist das System durch die mangelhafte Hardware- und Softwareunterstützung für den Alltagsgebrauch derzeit ungeeignet, jedoch hatten und haben alle neuen Betriebssysteme damit zu kämpfen. Desweiteren ist SkyOS 5.0 noch im Betastadium, Probleme waren somit von vornherein zu erwarten. Dass auch die Betaversionen von SkyOS 5.0 kostenpflichtig sind, ist in unseren Augen allerdings ein echter Negativpunkt. Das selbst gesteckte Ziel, sich zwischen Linux und Windows am Desktop-Markt zu platzieren, hat die Truppe um Robert Szeleney noch nicht erreicht, aber man befindet sich auf einem guten Weg.

Das finden wir gut :)
  • Mausgesten
  • Zentralisierte Konfiguration
  • Software Store & Factory
  • Design der Oberfläche
Das finden wir nicht so gut :(
  • Derzeit mangelhafte Hardwareunterstützung
  • Derzeit sehr kleines Softwareangebot
  • Multiboot mit anderen Systemen derzeit nicht möglich
  • Kostenpflichtige Beta
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