AX760i - Signalqualität / Systemstabilität unter OC-Last

CosmiChaos

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Vorwort:

Das "Corsair-Link" ist immernoch nicht angeschlossen. Hierzu wird es einen separaten Bericht geben. Hier möchte ich die Signalqualität des Netzteils aus möglichst einfacher Betrachtungsweise beurteilen. Ich werde es hier relativ kurz machen, da mir ein vollumfängliches Ausmessen der Leitungen unter diversen Lasten und Diagramme als nicht so hilfreich bzw. auch als nicht so aussagekräftig für den Laien erscheinen.

Das AX760i verwendet einen digitalen Signalprozessor, welcher durch Funktionen wie Rauschunterdrückung und Glättung für optimale Signalqualität sorgen soll. Auch sollte es damit möglich sein die Spannungen im Vergleich zu analogen Netzteilen in Abhängigkeit zur Last wahnsinnig konstant zu halten.

In einschlägigen professionellen Reviews wurde das Thema für dieses Netzteil tatsächlich bis aufs Mark behandelt, so dass meine bescheide User-Meinung höchstens noch hilfreich einen Praxistest hinzufügen kann, denn was nützen einem schon Tabellen und Diagramme die einem etwas attestieren, dass dann doch in der Praxis nüschts bringt. *noahnung*

Wenn es so gut ist, dann kann man damit bestimmt auch noch was reißen. Ein hervorragende Möglichkeit um die Grenzen meines empfindlichen Phenom II 975 BE weiter abzustecken. Der Phenom II reagiert bei Übertaktung sehr empfindlich auf nicht-hervorragende Signale. Mit meinem Chieftec war es mir bisher nicht möglich, den Prozessor stabil mit FSB250 auf 4Ghz zu betreiben (+11% nominal Haupt-Übertaktung). Spätestens bei 3,97Ghz war kein Lasttest mehr dauerhaft ohne Fehler zu bewältigen, da auch die im "OCCT" angezeigten Spannungswerte durch die Bank unter Last leicht geschwankt haben. Das MSI 990FXA-GD65 hat zusammen mit dem Chieftec CFT-760-14CS auch deutlich schwankendere VCore Werte ausgegeben als nun mit dem Corsair AX760i.

Was könnte überzeugender wirken, als schlicht ein messbar-besseres Übertaktungspotential !?


Praxistest:

Ohne groß Theorie ausbreiten zu wollen, muss ich sagen, dass ich auch in dieser Disziplin vom Ax760i absolut beeindruckt bin.

Der FSB wurde auf 250 gesetzt, der Haupttakt liegt somit bei 4Ghz.
Die Northbridge taktet mit 2750Mhz und der HT-Link bei 2500Mhz.
Der Arbeitsspeicher taktet nunmehr mit 1666Mhz statt 1652Mhz.
In diesem Zustand genehmigt sich der CPU bis zu 1,44V.
Spoiler
Auf der 550Ti wird ein H.264-Video via madVR, DXVA und und image/chroma upscaling im Verfahren Jinc mit 8 Taps gestartet, welches in einer Ruckelshow resultiert und die Auslastung der Karte zuverlässig trotz CPU-Auslastung nahezu auf 99% springen lässt.


Klick mich, Achtung Corsair-Link-Spoiler!

Weiterhin wurde OCCT im Power-Supply Mode-Test mit dem 64Bit-Linpack und DX11-Burn-In auf der MSI GTX 670 gestartet und auf Fehler gewartet.

Somit konnte ich das Netzteil zu noch höheren Lasten als im vorherigen Vergleichstest überreden. Ich musste allerdings im Dauertest das Power-Target der GTX 670 dringend runterschrauben da ich damit schon fast hätte Wasser kochen können, weil es im Gehäuse durch die 550Ti konstant auf Volllast schon recht warm wurde. Das Board zieht sich für CPU und PCIe Spitzenwerte bis zu 14,5 Ampere (164 Watt), die PCIe-Leitungen jeweils "nur" bis zu 8 Ampere aber deutlich schwankend angesichts der "Vollauslast" des Gesamtsystems. Durch Anpassung der CPU-Priorität für die laufenden Last-Prozesse konnte das ganze noch weiter maximiert werden.

Mit dem Chieftec kam es hier nach wenigen Minuten zu Fehlern, zuverlässig lief es mit keinen Spannungseinstellungen, erst FSB 248 Mhz lief stabil. Das Corsair zeigt sich unbeeidruckt und dieser Belastungstest läuft stabil. Hervorragend. Die DSP-Technik legt geradezu beeindruckende Maßstäbe vor!

Ein Rechenfehler war dem System nicht abzuringen und ist bis dato unter diesen Einstellungen auch nicht wieder aufgetreten, im Gegenteil, ich konnte den VCore sogar noch geringfügig/minimal herabsetzen und viel exakter mit Spannungsänderungen experimentieren.. in dem Wissen, dass diese auch unter Voll-Last stabiler sind wie bei keinem sonst so üblichem Netzteil am Markt.

Ich habe mir schon gedacht, dass es wahrscheinlich am Netzteil herkömmlicher Technik liegen wird, dass hier nicht mehr rauszukitzeln war und leider der Prozessor ohnehin nicht so übertaktungsfreudig war, da eine höhere VCore-Einstellung trotz ausreichender Kühlung / vergleichsweise niedriger Temperatur leider nicht zu höherer Stabilität geführt hat, und hatte mich schon damit abgefunden, dass aus dem Prozessor afaik keine vollen 4Ghz rauzuholen wären. So kann man sich irren.

Das AX760i wirkt hier wahre "kleine" Wunder.
Wohlgemerkt war der FSB vorher übers Chieftec nur 2 Mhz langsamer!

Es ist jetzt nicht "die Welt" die es rausholt, aber es ist etwas, dass in der Praxis ankommt und das entscheide Fünkchen extra Stabilität bringt wenn man die Komponenten bis ans Äußerste treibt, hier die "magische Zahl" 4 Ghz liefert. Mehr geht dann aber auch nicht mehr. Bei noch 0,5 mehr Multiplikator (4,125Ghz) oder noch mehr FSB ist auch hier bei den extremen Bustakten für diese Architektur Schicht im Schacht.

Die logische Folge ist dann aber auch ein stabilerer Übertaktungserfolg der GPU, was ich ebenfalls bestätigen kann. Der Boost-Clock kann mit dem Corsair neben dem Power-Target von 128%, welches auch vorher schon lief, nochmal um ein paar minimale Mhz angehoben werden ohne dass es zu Artefakten kommt. Sicherlich tritt selbiges dann auch ab +5 Mhz mehr nach wie vor ein und der Gewinn ist daher gemessen am Nutzen minimalistisch, aber nunmal schon für den einfachen Anwender, der exakt die Grenzen seines Systems auslotet, nachvollziehbar.

In seiner Leistungsklasse ist es hier damit absolut überragend. Für Übertakter die sicher mit 836W Peak und 760W Constant auskommen daher durchaus eine absolute Kaufempfehlung. *heart*

P.S.: Man muss zur Wahl der richtigen Klasse auch kein Mathe-Genie sein. Als Faustformel kann man die TDP seiner Hauptkomponenten überschlagen (hier zB 125W + 175W + 110W), addiert je nach Übertaktungsverlangen 10-20% (~82W) sowie als gutes Vergleichsmaß für Board und restliche Systemkomponenten die "Idle-Last" oder mind. 100W hinzu und sollte dann auf ein Ergebnis kommen, dass im Idealfall (hier Peak 592W) noch immer Restkapazität hat. In meinem Fall könnte ich sogar noch die 550Ti durch eine weitere GTX 670 für ein SLI ersetzen und käme auf ~675W Peak. Ein System mit einem ähnlich hungrigem CPU und 2x 480GTX (45nm - HighPerformance) wäre wahrscheinlich hingegen deutlich überlastet und mit OC über der Leistungsgrenze. Also bitte Vorsicht, besser als Nachsicht. Es wäre doch zu schade um dieses edle Teil.


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Andy89

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Wow Wahnsinn welchen Einfluss das NT beim OC hat.

Freue mich schon auf dein "Corsair-Link" Beitrag (wobei ich die Software nicht sonderlich mag - das UI finde ich weniger ansprechend)

Weiter so!
 

CosmiChaos

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Danke. Ja ich seh das ähnlich. Was ich bisher gesehen habt wirkt so als wolle man ein "Analoges Tachometer-Schaltpult" darstellen. . . voll anstrengend für die Augen und dann auch noch so grau in grau. Ich hätte ja einfach die Zahlenwerte angenehm groß dargestellt und es mal mit "Kontrast" probiert :D ... so wie man es halt von guten GUIs für dererlei Zwecke kennt. Sieht derzeit sehr experimentell aus ;) Hauptsache ich kann damit die OCP-Auslöseströme für die 12V-Rails wirklich festlegen... Standard 63,3 Ampere ist doch ein wenig zuviel des guten. Hihi.

Ich weiß noch nicht so recht ob ich damit dann mal wirklich probieren soll, diese Auslöseströme sehr niedrig an einem Belastungstest für einen Auslösetest zu setzen... könnte interessant werden, aber ich denke, dass lass ich lieber. Man muss es ja nicht heraufbeschwören.
 
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CosmiChaos

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Achso Grund ist hier wohl schlicht die Spannungsversorgung der CPU-NB.... ACHTUNG: Nicht die "NB"... lasst die bloß auf "Auto" :D

Bei dem gelegten OC-Ziel ist der CPU-NB und HT-Link Takt enorm und quasi am absoluten Architektur-Limit.

Die im BIOS eingestellte Spannung für die CPU-NB wurde auf 1,2453 V eingestellt, in allen Empfehlungen die man finden kann wird geraten 1,25 V nicht zu überschreiten. Ich habs natürlich probiert und tatsächlich mehr kann ich nicht geben, da der gesamte PC dann sporadisch garkein Bild mehr gibt bzw. einfach gesagt meißtens nicht mehr angeht!

Mir ist auch klar, dass diese Spannung sowie die VCore vom Mainboard "aufgeteilt" wird und daher nur indirekt vom Netzteil selbst abhängig ist.
Ich denke dennoch, dass die Stabilität und Genauigkeit der Spannungswerte hier entscheidendes leisten, da auch das Mainboard vom Netzteil gespeist wird.

Ich möchte auf keinen Fall dass jemand zu viel erwartet, oder meint dass ich hier versprochen hätte dieses Netzteil liefert garantiert höheres OC in jeder Lage. Was in meiner System-Konstellation gigantische 0,75% rausgeholt hat muss auf anderen Systemen nicht zwangsweise dasselbe bedeuten. Gut möglich dass man nicht weiter kommt als vorher auch.Wie gesagt, es ist nicht viel, aber ich für mich selber sehe, dass es messbar ist, weil die Vorraussetzungen (Konfiguration) dieselben waren und das Ergebnis nunmal beim Corsair definitiv mit dauerhaft stabil 32 Mhz mehr (von 4000) besser ist.

Hardwareluxx haben beleuchtet, dass normale Netzteiltechnik bei hoher Last eher geringfügige Unterspannung auf 12V produziert... dieses Netzteil hingegen eher zu einer minimalen Überspannung tendiert (natürlich allesamt im erlaubten Rahmen). Eine leicht schwankende Unterspannung ist beim extremen OC, sofern ausreichende Kühlung vorausgesetzt, natürlich bremsender als eine leichte Überspannung, da man die Spannungen ja i.d.R. manuell erhöht und ein Abfall nun unter hoher Last eher kontraproduktiv wäre.

Umgekehrt ist dann eine "vollautomatische" leichte Überspannung bei zunehmend hoher Last eher stabilitätsfördernd.

Die CPU-NB Spannung von 1,2453 V wird also weniger bis garnicht unterschritten, eher minimal überschritten, aber immernoch unter 1,25 V. Perfekt in meinem Fall! Und ich persönlich denke dass man es auf die Art das Beste fürs OC rausholt.

Letztendlich kommt es da hauptsächlich aufs Mainboard an und wie fein man da abstufen kann und welche Werte nun im Detail angeboten werden um zu beurteilen ob das nun fall-spezifisch eher besser oder schlechter ist. Ich behaupte jedoch generell tendentiell eher besser.

Nachtrag: Wem die Werte ganz rechts auf dem blauen Screen aufgefallen sind.. Mainboard-SPannungswerte, CPU-Temperaturwerte etc, bitte nicht wundern... bis auf die CPU-Temperatur sind die allesamt nicht zu gebrauchen... im Bios sind ganz andere Werte eingestellt. Die von OCCT sehen da schon vertrauenswürdiger aus beinhalten aber nicht CPU-NB
 
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