Welche Festplatten für Xen oder ESXI-Server in RAID 10?

X-Dimension

Grand Admiral Special
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Hallihallo,

ich stehe gerade vor der schwierigen Aufgabe von einem extrem begrenztem Budget einen möglichst performanten Server zu bauen, auf dem bis zu 6 Betriebssysteme Virtualisiert unter VMWare ESXI oder Xen Server laufen sollen.
Als Basis dient höchstwahrscheinlich ein HP Rack-Server in 2HE und 1x Intel Xeon L5520 und 8GB RAM. Das System ist so ausgelegt, das es das Budget nicht sprengt, für den Anfang eine ausreichende Leistung bringt und problemlos erweiterbar ist. (Zweiter Prozessor, mehr Ram, weitere Festplatten)

Es werden zu beginn ein Terminal-Server, Domain Controller und Groupware/E-Mail Server (mit Zimbra) laufen die dann ca. 50-60 Arbeitsplätze versorgen sollen. Zimbra ist sehr I/O lastig und könnte bei schlechter HDD Performance den Server schnell in die Knie zwingen.

Normalerweise würde ich 4 SAS Platten mit 10.000 U/Min und je 300GB kaufen, jedoch sprengen diese absolut das Budget des Kunden.

Als Alternative habe ich an 4 VelociRaptor SATA Platten gedacht, die sind immerhin ein guter Kompromiss aus Preis und Leistung, aber auch hier wird es bereits mit dem Budget eng.

Wäre es sinnvoll stattdessen 6-8 Western Digital Black oder RE3 im Raid 10 einzusetzen? Preislich wäre es weitaus günstiger und man hätte auch mehr Speicherplatz. Aber wie schlagen sich 6 oder 8 7200er Platten mit 9-10ms Zugriffszeit im Vergleich zu 4 SAS/SATA Platten mit 10.000 U/Min und 4-5ms?

Hat jemand Erfahrungen damit oder kennt gute Vergleichstests?
 

Supi

Fleet Captain Special
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Hallo,
bzgl VMware und Hardware empfehle ich dir das deutsche VMWare Forum www.vmware-forum.de . einfach mal dort deine Frage stellen.
Aber schon jetzt lässt sich sagen, dass du mit SATA Platten hier keinen Blumentopf gewinnen wirst.
Auch so ist der Server schon jetzt unterdimensioniert.
Nur als Beispiel: 1 Quadcore = 4 Core
1 Core für VMWare Hypervisor
1 Core DC
1 Core Terminal Server
1 Core Zimba ... nix mehr übrig. Sicher verwaltet der ESX dein 4 Cores als 4x 2,26 GHz = ca 9GHz, aber trotzdem ist das nicht der Hit bei dem Anforderungsprofil.
Ebenso wird dann der Ram schnell knapp. 1GB VMWare, 1GB DC, 1GB Terminal....
Wenn das Zimba nur ähnliche Anforderungen wie ein Exchange hat, wird das mit SATA Platten bei 50-60 User wohl nix.
Wenn schon nur 7200er Platten, dann zumindest 500GB Seagate Es.2 als SAS Variante. Dann aber zumindesz 8x als Raid-10, damit du auf eine hohe Verteilung der I/O Last kommst. Auch Spindle-Count genannt.

Wie groß ist denn das Budget? Wie sicherst du dann später die virtuellen Rechner? Oder nur die internen Daten?
 
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X-Dimension

Grand Admiral Special
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Wie hoch das Budget ist? Frag lieber nicht! Es ist dem Kunden schwer zu vermitteln warum ein Server das 10-15 fache eines modernen Desktop-Rechners kosten soll. Derzeit laufen dort 3 veralterte Systeme die auf den neuen Virtualisierten Server wandern sollen.

Man hatte ohne Scherz 800 Euro für den "Server" eingeplant und man sagte mir ein Core2 Duo mit Onboard-Raid und zwei Festplatten im Raid 1 tut es auch.
Ich bin schon froh das ich die Leute auf 2500 Euro bekommen habe.
Mir ist bewusst, daß der einfache QuadCore und der RAM absolut unterste Grenze sind aber so habe ich schonmal eine Basis die ich später (oder eher früher) ausreichend aufrüsten kann. (Also vermutlich in 2-3 Monaten wenn man merkt, daß das System unter der Last zusammenbricht.)

Normalerweise ist es für Unternehmen selbstverständlich wenn ich 5000 Euro für einen Server einkalkuliere, aber es gibt nicht wenige Ausnahmen (gerade bei Firmen ohne feste IT-Abteilung) die es gewohnt sind sich vom "Computerladen nebenan" oder einem "Bekannten der sich mit Computern auskennt" 5 oder 6 normale Computer mit RAID 1 hinzustellen und das dann "Server" zu nennen. "Das funktionierte Jahre lang wunderbar und ist günstig und die neuen Desktop-Prozessoren sind ja weitaus schneller als die alten".

Die Daten werden auf ein NAS System mit 2 Terrabyte Kapazität gesichert.
Ich bevorzuge es die gesamten VMs zu sichern, werde aber wohl zweigleisig fahren und täglich nur die Daten selbst und wöchentlich die VMs sichern.
 
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Cleric

Admiral Special
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Auch so ist der Server schon jetzt unterdimensioniert.
Auch wenn das Anforderungsprofil nur grob umrissen ist, würde ich das sofort unterschreiben. Bereits CPU und Speicher sind meines Erachtens knapp bemessen, aber bei der Anzahl an zu versorgenden Arbeitsplätzen ist mit SATA-Platten nix zu holen. Wir haben auch mal bei einem ähnlichen Anforderungsprofil auf ausdrücklichen Kundenwunsch aufgrund von stark begrenzten Budgets so eine Frickelkiste hingestellt, die Performance war unter aller Sau. Unterm Strich waren wir nicht glücklich, weil wir das entgegen unserer Überzeugung realisiert haben, der Kunde war nicht glücklich und dessen Mitarbeiter ebenso wenig.

Unterm Strich lief es dann darauf hinaus, dass der Server nach wenigen Monaten nicht erweitert, sondern gegen eine deutlich größere Maschine mit 15k sas-platten ausgetauscht wurde. Der alte Server wurde zu einem anderen Einsatzzweck abgestellt.

Wie hoch das Budget ist? Frag lieber nicht! Es ist dem Kunden schwer zu vermitteln warum ein Server das 10-15 fache eines modernen Desktop-Rechners kosten soll.
Das Problem ist bekannt. :) Aber da muss man dann Überzeugungsarbeit leisten. Unterm Strich verlieren bei solchen Frickellösungen beide Seiten. Der Kunde ist unzufrieden, wenn die Arbeitabläufe unter einer unterirdischen Performance leiden. Und Du hast den Ärger, weil Du dir im Zweifel die Beschwerden anhören darfst, warum Du dem Kunden so eine Miese Lösung verkauft hast.

Und in solchen Situationen läuft es nicht selten darauf hinaus, dass man später den Billigserver nicht erweitert, sondern gleich eine neue ESX-zertifizierte Maschine kauft. Dann zahlt der Kunde am Ende zweimal.
 

Supi

Fleet Captain Special
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Einfache Rechnung hierbei ist immer: was koster der Mitabeiter (den Unternehmer) pro Stunde? 50MA x Kosten/h xAusfallzeit.
Und was ist eigentlich mit USV?

Bei 2500 würde ich da nix anfangen. Empfehle dem Kunden ein größeres Systemhaus in der Nähe, bei der größe würde ich mir auch hafttungstechnisch nicht mehr die Finger verbrennen.

Nur so als Beispiel: Wir haben im Juni für unser neues ERP System (KMU Produz. Gewerbe, 45MA,15 PC User)
folgende Infrastucture hingestellt (sollte Ausfallsicher sein)
2x Dell 1HE PE 610, 2x E5540, 16GB ram
1x Storage I-SCSI 12x 15K HDD Storage

+ 1x R200 Verwaltungsserver fürs Vcenter, 1x W2k8,1x W2k08EE, ESX Foundation 3 Jahre SS (jetzt Vsphere 4.0 Standard dank kostenfreiem Upgrade), LTO-3 LW, Backupsoftware, 3000VA USV, 48 und 24 port Gbit Switch knapp 30T€ bezahlt.
 
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